Der perfekte Wanderurlaub: GR223 Camí de Cavalls auf Menorca

13–20 minutes

🌼 Fernwanderweg

🌼 Wandern entlang der Küste Menorcas, Spanien 🇪🇸

🌼 Natur und Mee(h)r

GR223 – Der Camí de Cavalls

Der Camí de Cavalls (GR223) ist ein Fernwanderweg auf der Insel Menorca, Spanien. Der historische Pfad, der einmal rund um die Insel führt, ist 185 km lang und offiziell in 20 Etappen unterteilt. Start- und Endpunkt ist dabei Mahón, die Hauptstadt der Insel.

Landschaftlich führt der Weg durch Wälder, Felder, über Klippen und zu paradiesischen Stränden. Dabei kann der Weg nicht nur zu Fuß, sonder auch mit dem Rad oder zu Pferd erkundet werden.

Geschichte zum Camí de Cavalls

Menorca bietet viele Funde aus der (Früh-)Geschichte und wurde in den letzten 5.000 Jahren von vielen verschiedenen Volksstämmen besiedelt – darunter Griechen, Römern, Spaniern, Briten und Franzosen.

Die Geschichte des historischen Camí de Cavalls führt bis ins 13. Jahrhundert zurück, als der Küstenweg zu militärischen Zwecken und zur Verteidigung der Insel vor Piraten angelegt wurde. Und natürlich nutzten die Bewohnerinnen und Bewohner abgelegener Fincas Teile des Weges.

Durch den Bau von mehreren Urlaubsressorts geriet der Küstenweg in Vergessenheit und war auch sonst nur in Teilen zu begehen, da er über viele Privatgrundstücke führte.

Im Jahr 2010 wurde der Camí de Cavalls als durchgehender Küstenwanderweg (wieder) eröffnet und als GR223 in das Netz der Europäischen Fernwanderwege aufgenommen.

Übersicht der Offiziellen Etappen

Der Weg ist in Nord- und Südhälfte unterteilt, mit jeweils 10 Etappen, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und landschaftliche Reize bieten. Die Etappen sind zwischen 5,4 und 13,6 Kilometer lang und weisen insgesamt etwa 1870 Höhenmeter auf. Die offiziellen Etappen findet ihr in der folgenden Tabelle (Quelle: Weitwanderweg GR223).

Offizielle EtappenStartpunktEndpunktLängeGeschätzte GehzeitSchwierigkeit
Etappe 1MahónEs Grau10 km3h 30minMittel
Etappe 2Es GrauCap de Favàritx8,6 km3h 30minMittel
Etappe 3Cap de FavàritxArenal d’en Castell13,6 km5hMittel
Etappe 4Arenal d’en CastellCala Tirant (Fornells)10,8 km4hEinfach
Etappe 5Cala Tirant (Fornells)Binimel-là9,6 km4hMittel
Etappe 6Binimel-làEls Alocs8,9 km5hHoch
Etappe 7Els AlocsAlgaiarens9,7 km4h 30minMittel
Etappe 8AlgaiarensCala Morell5,4 km2h 10minMittel
Etappe 9Cala MorellPunta Nati7 km3hEinfach
Etappe 10Punta NatiCiutadella10,5 km4hEinfach
Etappe 11CiutadellaPunta d’Artrutx13,2 km5hEinfach
Etappe 12Punta d’ArtrutxCala en Turqueta13,3 km5hMittel
Etappe 13Cala en TurquetaCala Galdana6,4 km2h 30minEinfach
Etappe 14Cala GaldanaSant Tomàs10,8 km4h 30minMittel
Etappe 15Sant TomàsSon Bou6,4 km2h 30minEinfach
Etappe 16Son BouCala en Porter8 km3h 30minMittel
Etappe 17Cala en PorterBinisafúller11,8 km4h 30minEinfach
Etappe 18BinisafúllerPunta Prima8,1 km3h 30minEinfach
Etappe 19Punta PrimaCala de Sant Esteve7,3 km2h 40minEinfach
Etappe 20Cala de Sant EsteveMahón6 km2h 20minEinfach
Übersicht der insgesamt 20 Etappen des Camí de Cavalls

Bei der Planung unserer Strecke und der Auswahl an Etappen haben wir uns an dem Outdoor Wanderführer “Menorca: Camí de Cavalls GR223” von Wolfgang Barelds orientiert. Dieser Wanderführer bietet zahlreiche hilfreiche Tipps rund um Menorca und den Camí de Cavalls.

Die insgesamt 12 Etappen des Fernwanderwegs werden übersichtlich und leicht verständlich dargestellt. Zu jeder Etappe finden sich nützliche Informationen wie eine detaillierte Wegbeschreibung, ein Höhenprofil sowie Hinweise zu Übernachtungsmöglichkeiten, Apotheken, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten.

Scrollt einfach weiter – Weiter unten findet ihr unsere Reisegeschichte und genaue Infos zu den einzelnen Etappen.

Wegmarkierung

Verlaufen kann man sich dank der guten Beschilderung und der vielen Wegmarkierungen nicht

Der Camí de Cavalls ist ausgezeichnet markiert, sodass man sich nicht verlaufen kann. Entlang der Strecke findet man in regelmäßigen Abständen Wegmarkierungen. Die obere Zahl auf diesen Markierungen gibt die aktuelle Etappe an, während die untere Zahl von 1 an aufsteigend nummeriert ist, bis mit der nächsten Etappe neu begonnen wird. So lässt sich im Notfall jederzeit der genaue Standort angeben.

Zusätzlich informieren Schilder am Weg über die verbleibende Entfernung zum nächsten Ort, Aussichtspunkt oder Strand entlang des Fernwanderweges. Es empfiehlt sich jedoch die Etappen bereits im Vorhinein zu planen und ausreichend Verpflegung sowie Wasser mitzunehmen, vor allem im Sommer.

Anmerkungen zum Fernwanderweg

Wie bereits erwähnt unterteilt sich der Camí in die Nord- und Südhälfte. Wenn man eine Wanderung plant sollte man verschiedene Informationen in der Planung berücksichtigen.

Die Nordküste: Dieser Abschnitt der Insel wirkt deutlich wilder und ursprünglicher. Neben atemberaubenden Ausblicken wartet hier auch ein teils anspruchsvolles, raues Gelände.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Trittsicherheit ist auf jeden Fall gefragt – lose Steine, Geröll und schmale, steinige Pfade entlang der Klippen sind keine Seltenheit. Mit etwas Grundkondition und dem passenden Schuhwerk ist der Weg aber gut machbar. Für Kinderwagen oder kleine Kinder ist dieser Abschnitt allerdings eher nicht geeignet.

Die Südküste: Dieser Abschnitt der Insel bietet insgesamt leichtere Etappen und führt über verschiedene Untergründe, wie Waldwege, Sand und Fels.

Mit etwas Grundkondition ist dies gut zu schaffen. Wanderstöcke können bei allen Untergründen und Steigungen sehr hilfreich sein und unterstützend wirken. Auch hier sind die Wege meist zu schmal oder zu uneben für Kinderwagen, da sie stellenweise durch etwas raueres Gelände führen.

Reise-Infos

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für eine Wanderung auf dem Camí de Cavalls ist im Frühling (April bis Mai) oder im Herbst (September bis Oktober), um die Sommerhitze zu vermeiden und der Hauptsaison zu entgehen.

Einziger Nachteil: Außerhalb der Hauptsaison sind viele Restaurants und kleine Läden noch geschlossen. Daher lohnt es sich, vorab zu prüfen, welche Supermärkte und Restaurants geöffnet haben.

Unterkünfte

Auf Menorca gibt es dank des ausgeprägten Tourismusangebots viele Unterkünfte. Vor allem an der Südküste reihen sich Hotels und AirBnBs dicht aneinander. Der Norden hingegen ist dünner besiedelt, und zwischen Platges de Fornells und Cala Morell findet sich entlang des Weges keine Übernachtungsmöglichkeit.

Tipp: In der Hauptsaison lohnt es sich, früh zu buchen. So sichern Sie sich nicht nur bessere Preise, sondern auch die attraktivsten Unterkünfte. Camping spielt auf Menorca nur eine Nebenrolle. Ganze zwei Campingplätze konnte meine Recherche ausfindig machen. Die Insel setzt eher auf Hotels, gemütliche Pensionen und Ferienwohnungen.

Öffentliche Verkehrsmittel

Sobald man am Flughafen ankommt, kann man entweder eins der vielen Taxis nehmen oder mit der Buslinie 10 fahren, die regelmäßig zwischen dem Flughafen und Maó pendelt. Ein Ticket kostet etwa 4€. Einen aktuellen Zeitplan findet ihr hier.

In der Hauptsaison gibt es einige Buslinien, die regelmäßig verkehren und die größeren Orte der Insel anfahren. In der Nebensaison fahren jedoch weitaus weniger Busse und man ist mit einem Taxi besser bedient. Diese kann man entweder telefonisch buchen, über die Website oder über die App “Taxis Menorca”, die im App Store für Android und Apple verfügbar ist.

Die Preise sind zwar etwas höher, aber dafür kann man sich direkt eine Station am Camí aussuchen und die Uhrzeit festlegen. In der Nebensaison hat’s bei uns sogar spontan geklappt, ein Taxi zu bekommen – in der Hauptsaison könnte das allerdings etwas tricky werden.

Service

Der Anbieter Camí de Cavalls 360° bietet Dienstleistungen für eine entspannte Umrundung Menorcas, ohne das man sich um die Logistik kümmern braucht, die eine Streckenroute erfordert.

Ob zu Fuß, mit dem Mountainbike oder beim Trailrunning: Das Team kümmert sich um alles, was eine Streckenroute sonst kompliziert machen kann. Neben der detaillierten Etappenplanung gehören auch Gepäcktransport und Shuttleservices zum Start- und Endpunkt zum Angebot.
Unterwegs sind uns einige Urlauber begegnet, die diesen Komfort genutzt haben und manchmal hätten wir unser eigenes Gepäck auch gerne von Unterkunft zu Unterkunft „weiterreisen“ lassen. Wenn das für euch interessant klingt, findet ihr hier direkt den Link zur Website.

Genug geredet, jetzt kann die Reise beginnen!☀️

Reisetagebuch

Ankunft Auf Menorca und erste Nacht in Mahón

Die Anreise nach Menorca verläuft ganz unkompliziert per Flugzeug und schon bald landen wir in Mahón (Katalanisch: Maó). Unsere erste Nacht der Reise verbringen wir in der Hauptstadt Menorcas, bevor es für uns morgen auf den Camí de Cavalls geht.

Die Hafenstadt lässt auf mehr als 3.000 Jahre Geschichte blicken und überzeugt mit ihrem Naturhafen und der schönen Altstadt.

Am Abend blieb uns leider keine Zeit mehr, die Stadt zu erkunden. Dafür versorgten wir uns erst einmal mit leckerem asiatischen Essen bei Asiático el Puerto und machten uns anschließend auf den Weg zu unserer Unterkunft für die Nacht: Can Roca Nou.

Der Inhaber empfing uns sehr freundlich und zuvorkommend. Unser Zimmer, das sich in einem separaten Gebäude befand, war super gemütlich und bot alles, was wir für eine erholsame Nacht brauchten.

  • Restaurant Asiático El Puerto – Moll de Llevant, 298, 07701 Maó, Illes Balears, Spanien
  • Hotel Can Roca Nou – Carrer de Santa Caterina, 4, 07701 Maó, Illes Balears, Spanien

Tag 1: Platges de Fornells – Els Alocs

18,4 km (20,6 km) | Hm 770 | höchster Punkt 118m  | Dauer: ca. 6 Stunden (reine Gehzeit)

Start:Strand Platges de Fornells
Ende:Strand Els Alocs
+ 2,2 km bis zum Sammelpunkt für Taxis und Reiseunternehmen (Gatter zum Camí de Cavalls: Google Maps Adresse)
Info:In der Hauptsaison Rastplatz und WC-Häuschen sowie Strandbar am Platja Cavalleria. Restaurant am Parkplatz vom Strand Platja de Binimel-là.
Außerhalb der Hauptsaison keine Einkehrmöglichkeiten oder öffentliche Toiletten auf dieser Etappe.

Gestartet sind wir hier am etwa 500 m langen Strand von Platges de Fornells, der zum Hinterland von Dünen abgegrenzt wird und bei Sonnenschein zum Schwimmen einlädt.

Zu Beginn der Etappe hat man lange Zeit einen guten Blick auf Far de Cavalleria, den ältesten Leuchtturm der Insel.

Der Weg verläuft entlang besonders schöner Strände an der Nordküste der Insel. Darunter die von Tirant, Cavalleria, Binimel-là und Pregonda. Was besonders auffällt sind die vielen Dünen und die Farbenpracht des Gesteins – von gelb, über rot zu fast schon tiefem schwarz.

Der Endpunkt dieser Etappe liegt an der Bucht Els Alocs. Dort gibt es keinen Parkplatz, und aufgrund der schwierigen Straßenverhältnisse ist eine Abholung direkt an der Bucht nicht möglich. Stattdessen führt ein etwa 2 Kilometer langer Pfad landeinwärts zu einem kleinen Schotterparkplatz hinter einem Gatter. Von dort kann ein Taxi bestellt werden. Da entlang der Nordküste Menorcas nur eingeschränkter Internetempfang besteht, empfiehlt es sich, das Taxi im Voraus zu organisieren.

Übernachtung in Ferreries

Da der Norden weniger dicht besiedelt ist, fanden wir auf dieser Etappe keine Unterkunft direkt an der Küste. Deshalb fuhren wir mit dem Taxi nach Ferreries und übernachteten dort im Hotel Anhel.

Ferreries ist eine kleine Stadt im Herzen Menorcas mit rund 5.000 Einwohnern. Sie besticht durch ihr authentisches Flair und bietet eine willkommene Abwechslung zu den eher touristisch geprägten Orten. Vor Ort gibt es Einkaufsmöglichkeiten sowie mehrere Restaurants mit unterschiedlicher Küche.

  • Hotel Hotel Anhel – Carrer Fred, 19, 07760 Ferreries, Illes Balears, Spanien
  • Restaurant Restaurante Asiático – Av. son Morera, 12, 07750 Ferreries, Illes Balears, Spanien

Tag 2: Els Alocs – Cala Morell

14,1 km | Hm 480 | höchster Punkt 79 m | Dauer: ca. 4 Stunden (reine Gehzeit)

Start:Strand Els Alocs
+ 2,2 km vom Sammelpunkt für Taxis und Reiseunternehmen (Gatter zum Camí de Cavalls: Google Maps Adresse)
Ende:Cala Morell
Info:Keine Einkehrmöglichkeiten oder öffentliche Toiletten auf dieser Etappe.

Der Weg verläuft von der Bucht Els Alocs vorbei an einigen sehr kleinen Buchten und Stränden zur Cala Pilar (siehe Bild oben rechts). Der gelbliche Sandstrand liegt zwischen rötlichem Boden und anthrazitgrauem Schiefergestein. Wir hatten den gesamten Strand für uns, weshalb wir auf dem weichen warmen Sand eine ausgedehnte Frühstückspause gemacht haben, bevor wir unsere Wanderung entlang der Klippen fortsetzten.

Der Weg führt auf dieser Etappe nicht nur entlang der Küste, sondern auch durchs Landesinnere abwechselnd durch lichten (Kiefern-)Wald und über Wiesen. Die Abwechslung in der Landschaft haben wir auf dieser Etappe sehr genossen.

Einen Abstecher vom Hauptweg zur beliebten Platja des Trencats kann ich sehr empfehlen – auch wenn sich dadurch die Strecke etwas verlängert. Der feine weiße Sand und das türkisfarbene Wasser machen den Strand zu einem idealen Ort für eine erholsame Pause und eine erfrischende Abkühlung.

Das letzte Stück führt vorbei an wilden Olivenbäumen und den charakteristischen Steinmauern der Viehweiden, bis man schließlich Cala Morell erreicht.

Cala Morell

Die Feriensiedlung Cala Morell liegt an der wilden Nordwestküste Menorcas und ist bekannt für ihre prähistorischen Höhlen und Siedlungen.

Im Landesinneren befinden sich die Coves prehistoricos, vorgeschichtliche Begräbnishöhlen. Diese 14 jeweils bis zu 160 m2 großen Höhlen wurden vor etwa 3.500 Jahren als Begräbnisstätten und Wohnzwecken genutzt – bis in das 2. Jh. n. Chr. hinein. Die Höhlen kann man ganzjährig besuchen und der Eintritt ist frei.

An der Küste führt eine Landzunge zu einer vorgeschichtlichen Siedlung, die man heute noch besuchen kann. Einige Infotafeln berichten dabei über das Leben der Menschen. Diese Landzunge und besonders die Felsen am Ende bieten zudem einen spektakulären und romantischen Platz, um den Sonnenuntergang zu genießen.

Da es im Ort keine Einkaufsmöglichkeiten gibt und außerhalb der Saison keine Restaurants geöffnet haben, sollte man als Wanderer vorsorglich ein paar Sachen im Voraus kaufen. In unserem AirBnB hat uns unser Gastgeber für eine Gebühr von 50€ alles für ein leckeres Abendessen, Frühstück und Snacks dagelassen.

Sonnenuntergang in Cala Morell

Tag 3: Cala Morell – Ciutadella

18,9 km | Hm 390 | höchster Punkt 105 m  | Dauer: ca. 5 Stunden (reine Gehzeit)

Start:Cala Morell
Ende:Ciutadella
Info:Einkehrmöglichkeiten oder öffentliche Toiletten auf dieser Etappe erst ab Cales Piques (km 14,1) vorhanden.

Der Weg führt uns auf dieser Etappe raus aus Cala Morell und entlang der Küste über eine felsige Hochebene im Nordwesten der Insel.

Schon von Weitem kann man den Punta Nati Leuchtturm sehen und bei gutem Wetter hat man ebenfalls einen hervorragenden Blick auf die hohen Berge Mallorcas. Nachdem sich wiederholt Schiffsunfälle auf diesem Seegebiet ereignet haben, wurde 1912 mit dem Bau des Leuchtturms begonnen. Wer möchte, kann einen kleinen Umweg machen und sich den Leuchtturm aus der Nähe anschauen.

Mit der Sicht weiterhin auf Mallorca erreichen wir nach der felsigen Landschaft bald wieder die Zivilisation. Eine Sehenswürdigkeit ist dabei der Pont d’en Gil, ein spektakuläres Steintor an der Küste.

Ciutadella

Ciutadella ist mit circa 30.000 Einwohnern etwa gleich groß wie Maó, hat sich aber viel von ihrem ursprünglichen Charme bewahrt – mit kleinen Gassen, gemütlichen Plätzen und dem Castell de Sant Nicolau. Die Altstadt und der auch der Hafen von Ciutadella haben uns auf anhieb gefallen.

Ciutadella hat viele Restaurants und kleine Cafés, die zum Verweilen einladen. Auch gibt es viele Einkaufsmöglichkeiten, Geschäfte und Boutiquen. Das Leben in Spanien findet draußen statt und das merkt man dort auch.

Tag 4: Ciutadella – Son Xoriguer

13,3 km | Hm 110 | höchster Punkt 23 m  | Dauer: ca. 3,5 Stunden (reine Gehzeit)

Start:Ciutadella
Ende:San Xoriguer
Info:Mehrere Einkehrmöglichkeiten in den kleinen Orten entlang der Etappe in der Hauptsaison. Außerhalb der Saison kann das Angebot eingeschränkt sein.

Der erste und letzte Teil dieser Etappe verläuft großteils über Asphalt. Von Ciutadella aus führt der Weg zunächst südwärts entlang der meist flachen Küste und vorbei an der Urlaubssiedlung Cala Blanca.

Anschließend geht es durch eine von Strauchvegetation geprägte Landschaft, stets mit Blick auf das tiefblaue Meer, bis zum südwestlichsten Punkt der Insel, dem Cap d’Artrux.

Von dort folgt man erneut Asphaltstraßen bis zur Feriensiedlung Son Xoriguer, dem heutigen Etappenziel.

Tag 5: Son Xoriguer – Cala Galdana

14,3 km | Hm 280 | höchster Punkt 52 m  | Dauer: ca. 4 Stunden (reine Gehzeit)

Start:San Xoriguer
Ende:Cala Galdana
Info:Badestrände, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Apotheken sind in San Xoriguer und Cala Galdana vorhanden.

Nachdem man San Xoriguer verlassen hat verläuft der Weg überwiegend direkt an der Küste entlang, vorbei an mehreren kleinen Buchten. Viele wunderschöne Badestrände: Strand Platges de Son Saura, Cala en Turqueta, Cala Macarellata, laden mit weißem Sandstrand und türkisblauem Wasser zum Baden und Verweilen ein.

Landeinwärts gedeihen Wälder mit Kiefern, Steineichen und wilden Oliven.

Diese Etappe nach Cala Galdana lädt zum Baden und Genießen ein und ist an der Südküste eine der schönsten.

  • Hotel ARTIEM Audax Urbanització, Carrer de la Serpentona, n, 07750 Cala Galdana, Balearic Islands, Spanien
  • Restaurant Restaurante &Tapas Alaska Passatge Riu, 443, 07750 Serpentona, Illes Balears, Spanien

Tag 6: Cala Galdana – Son Bou

15,5 km | Hm 320 | höchster Punkt 71 m  | Dauer: ca. 4,5 Stunden (reine Gehzeit)

Start:Cala Galdana
Ende:Son Bou
Info:Einkehrmöglichkeiten nur in Cala Galdana, Sant Tomàs und Son Bou vorhanden.

Diese Etappe verläuft Landeinwärts, nachdem man Cala Galdana verlassen und den Ausblick an der Küste bestaunt hat. Durch Wälder und über grüne Wiesen schlängelt sich der Weg durch mehrere Schluchten. (Vorsicht vor den Mücken im Wald)

Bei Kilometer 9 erreicht man dann den Platges de Binigaus, ein bei Einheimischen beliebter Strand. Dieser ist circa 10 Gehminuten von Sant Tomàs entfernt. Dort haben wir eine Pause eingelegt und die heißen Füße im Wasser gekühlt.

Unsere Etappe verlief danach entlang der Promenade von Sant Tomás bevor wir uns wieder auf Wanderwegen Richtung Son Bou aufgemacht haben. Dort sind wir über den längsten Sandstrand der Insel schließlich zu unserer Unterkunft gewandert.

Tag 7: Son Bou – Cala en Porter

9,5 km | Hm 300 | höchster Punkt 77 m  | Dauer: ca. 3 Stunden (reine Gehzeit)

Start:Son Bou
Ende:Cala en Porter
Info:Keine Einkehrmöglichkeiten oder öffentliche Toiletten außerhalb der Orte Son Bou und Cala en Porter.

Nach Son Bou geht es durch eine anfangs einsame, zerklüftete Landschaft, durch verwilderte Olivenhaine und Schluchten. Letztere mit Obstbaumplantagen, die einen abwechslungsreichen Ausblick versprechen.

Vom Landesinneren erreicht man schließlich den Urlaubsort Cala en Porter. Der Ort liegt oben auf den Klippen und hat einen wunderschönen Strand mit weichem, weißen Sand und türkisfarbenem Wasser, das nur langsam tiefer wird. Super geeignet zum Abkühlen, Planschen und Schwimmen.

Abschließende Worte

Der Camí de Cavalls hat uns Menorca von seiner ursprünglichsten und zugleich vielfältigsten Seite gezeigt. Mal führte der Weg durch wilde, einsame Landschaften, mal vorbei an idyllischen Buchten mit türkisblauem Wasser oder durch charmante kleine Orte. Jeder Abschnitt bot seinen eigenen Reiz – von schroffen Klippen im Norden bis zu den sanften Stränden und Wäldern im Süden.

Besonders berührt hat uns die Ruhe abseits der touristischen Hotspots. Oft war es nur das Rauschen der Wellen und der Wind, die uns begleiteten. Diese Momente haben uns daran erinnert, wie schön es ist, sich Zeit zu nehmen und im Hier und Jetzt zu sein.

Wenn ihr Menorca wirklich kennenlernen wollt – nicht nur die Strände, sondern auch ihre Geschichte, ihre Landschaften und ihr Tempo – dann kann ich euch den Camí de Cavalls nur ans Herz legen. Es ist ein Abenteuer, das lange nachhallt und euch die Insel mit ganz anderen Augen sehen lässt.

Galicien Reisetipps: Anreise, Sehenswürdigkeiten und Surfurlaub für Abenteurer

Playa de los Foxos – Einer der wunderschönen Strände

Gelockt von Sonne, Strand und Meer ging die Reise dieses mal in den Nordwesten Spaniens, um im kristallklaren Wasser zu surfen und nebenbei meine Sprachkenntnisse zu erweitern. Die Provinz Galicien ist bei vielen Surfern und Surferinnen sehr beliebt, egal ob First-Timer oder Fortgeschrittene – für jedes Niveau lassen sich die perfekten Bedingungen finden. Zwischen zerklüfteten Klippen liegen wunderschöne lange Sandstrände, die im Hochsommer vereinzelt recht voll sein können, ein überfülltes Line Up gibt es jedoch nicht! Galicien hat jedoch noch mehr zu bieten als nur traumhafte Sandstrände. Die üppige Natur, durchzogen von sanften Hügeln und dichten Wäldern, ist Heimat zahlreicher Flüsse und Wasserfälle, die Galicien seinen einzigartigen Charme verleihen. Moderne trifft auf die reiche keltische Geschichte in Städten wie Santiago de Compostela, die ebenfalls Ziel des berühmten Jakobswegs ist und Endpunkt meiner Pilgerreise 2022 war. Galicien steht für mich deshalb für einen Ort der Abenteuer bietet als auch Ruhe verspricht und Einblick in ein authentisches Spanien gibt.

In diesem Blogbeitrag teile ich meine Erfahrungen zur Anreise in den Nordwesten Spaniens, erkunde die Küste rund um A Lanzada, besuche die Pilgerhochburg Santiago de Compostela und gebe vor allem hilfreiche Infos für Surfer und Surferinnen und alle, die es noch werden möchten. Viel Spaß beim Lesen und ich hoffe, dass ich bei der einen oder dem anderen das Fernweh wecke und Lust auf Mee(h)r mache.

Anreise

Die Anreise nach Spanien gestaltet sich für Reisende aus dem EU-Raum als sehr einfach. Ob du mit dem Flugzeug, dem Zug oder dem Auto unterwegs bist, es gibt viele Möglichkeiten, dieses vielfältige und wunderschöne Land zu erreichen. Reisende außerhalb der EU sollten sich auf der offiziellen Website über die geltenden Einreisebestimmungen informieren. Im nächsten Abschnitt teile ich meine Erfahrungen zur Anreise von Deutschland nach Spanien.

Flug

Am leichtesten geht die Anreise an die Nordwestküste Spaniens über Santiago de Compostela. Viele deutsche Flughäfen, darunter Berlin, Hamburg und München, bieten Flüge nach Santiago de Compostela mit einem Zwischenstopp an. Direktflüge gibt es von Frankfurt am Main und Memmingen, wobei der Flughafen Memmingen direkte Verbindungen nach Santiago de Compostela ausschließlich donnerstags und sonntags anbietet. Der Hin- und Rückflug von Memmingen mit Ryanair, inklusive Handgepäck, hat uns für den Sommer pro Person beispielsweise 350 € gekostet. Ich denke jedoch, dass man günstigere Flüge finden kann, wenn man bei den Reisezeiten flexibel ist, mehr Flughäfen in Betracht zieht und frühzeitig bucht.

öffentliche verkehrsmittel

Google-Maps Ansicht der Route Santiago de Compostela-A Lanzada

Flughafenshuttle

In Santiago de Compostela angekommen kann man direkt am Ausgang vom Flughafen die Tussa-Buslinie 6A in Richtung Innenstadt nehmen. Die Endhaltestelle ist direkt am Hauptbahnhof. Der Bus fährt überwiegend im 30-Minutentakt und kostet pro Person 1€. Hierbei ist zu beachten, dass nur in bar direkt beim Busfahrer bezahlt werden kann.

  • Fahrtzeit: ca. 20 Minuten
  • Häufigkeit: 25-30 Minuten
  • Preis: 1 €
  • Letzter Bus vom Flughafen: 00:30
  • Erster Bus zum Flughafen: 6:00

Ausführlicher Fahrplan: tussa.org/linas/6A

Zug nach pontevedra

Weiter ging es für uns mit dem Zug nach Pontevedra. Die historische Provinzstadt mit mittelalterlichen Wurzeln liegt direkt an der Ría de Pontevedra und dem Atlantischen Ozean. Die Zugfahrt dorthin dauert etwa 40 Minuten, und ein Ticket kann man ab 6,30 € entweder am Ticketschalter oder online, zum Beispiel über Trainline (https://www.thetrainline.com/de), erwerben.
Ich empfehle, die Tickets bereits im Voraus online zu buchen, da die Verfügbarkeit begrenzt ist. Es könnte sonst passieren, dass die bevorzugte Abfahrtszeit bereits ausgebucht ist und nur noch Plätze in einem späteren Zug zur Verfügung stehen.

Bus nach A lanzada

Von Pontevedra aus führt die Reise weiter vom Hauptbahnhof mit dem Bus in Richtung A Lanzada. Einige Busse fahren direkt dorthin, während bei anderen ein Umstieg in Sanxenxo erforderlich ist. Die gesamte Strecke kostet pro Person etwa 4 € und dauert zwischen 1,5 und 2 Stunden. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass es am hilfreichsten ist, Google Maps zu nutzen und die örtlichen Busfahrer nach Informationen zu fragen. Die Busse ab Pontevedra sind in der Regel zuverlässig und pünktlich. In der Küstenregion verkehrt außerdem eine Buslinie, die im Stundentakt mehrere Haltestellen anfährt. Diese Busse sind günstig, allerdings können sie unzuverlässig sein – es kam vor, dass ein Bus gar nicht erschien oder bis zu 20 Minuten Verspätung hatte.

Zusammenfassung:

  • Flughafenshuttle: 1€ pro Person, 20 Minuten Fahrzeit
  • Zug nach Pontevedra: 6,30€ pro Person, 40 Minuten Fahrzeit
  • Bus nach A Lanzada: 4€ pro Person, 1,5-2 Stunden Fahrzeit
  • Gesamte Dauer: circa 5 Stunden (mit Umsteigezeiten)
  • Gesamte Kosten: circa 12 € pro Person

anreise per mietwagen

Google-Maps Ansicht der Route Santiago de Compostela-A Lanzada per Mietwagen

Für alle, die die Umgebung erkunden möchten, flexibel sein wollen und bereit sind, etwas mehr auszugeben, empfehle ich die Anreise von Santiago de Compostela mit einem Mietwagen. Die Fahrt nach A Lanzada dauert etwa eine Stunde und ist damit deutlich schneller als mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Da die Auswahl an Anbietern von Mietwagen oft unübersichtlich sein kann, empfehle ich die Nutzung von Vergleichsportalen, wie beispielsweise Check24. Dort findet man Angebote ab 230 € für 7 Tage, inklusive komplettem Versicherungsschutz, unbegrenzter Kilometerzahl und ohne Kaution. Die Angebote können je nach Fahrzeugtyp, Mietzeitraum und Zusatzoptionen natürlich variieren.

Fazit zur anreise

Die Anreise an die Nordwestküste Spaniens ist über Santiago de Compostela am einfachsten und bequemsten. Mit etwas Flexibilität bei den Reisedaten und frühzeitiger Buchung lassen sich günstigere Flüge finden. Vor Ort sind die öffentlichen Verkehrsmittel eine praktische Wahl, auch wenn sie manchmal unzuverlässig sein können – besonders in der Küstenregion. Dennoch bieten sie eine kostengünstige Möglichkeit, die Region zu erkunden, und mit ein wenig Planung und Geduld lässt sich die Reise gut organisieren. Für alle, die die Umgebung erkunden möchten, flexibel sein wollen und bereit sind, etwas mehr auszugeben, ist die Anreise von Santiago de Compostela mit einem Mietwagen eine empfehlenswerte Option.

Santiago de compostela

Kathedrale Santiago de Compostela
Die Kathedrale von Santiago de Compostela

Santiago de Compostela, die Hauptstadt Galiciens, habe ich bereits 2022 selbst als Pilgerin des berühmten Jakobswegs besucht. Die Stadt ist neben dem Endpunkt des Pilgerwegs auch für ihre reiche Geschichte und beeindruckende Architektur bekannt. Besonders die prächtige Kathedrale, in der sich das Grab des Apostels Jakobus befindet, ist ein absolutes Highlight für alle Pilger und Reisende. In Kombination mit den engen Gassen, den gepflasterten Straßen, den charmanten Plätzen und lebendigen Märkten verbinde ich Santiago de Compostela mit einem authentischen Spanien.

Im Sommer pulsiert die Stadt vor Leben: Straßenmusiker, Stadtführungen und Feste beleben die Gassen und Plätze. Zufällig stießen wir auf eine Aufführung der Tuna de Derecho de Santiago, die traditionelle Volksmusik spielte. Die Atmosphäre war großartig, die Menschen haben mitgesungen und getanzt, und seitdem habe ich wiederkehrend einen Ohrwurm von “Clavelitos”. Ich bin gespannt, was ihr bei eurem Besuch in der Stadt entdecken werdet.

Beeindruckende Architektur in der Abenddämmerung

In Santiago de Compostela gibt es viele kleine und gemütliche Restaurants. Hauptsächlich werden hier die typischen regionalen Speisen, wie Pulpo (Tintenfisch) und Meeresfrüchte, angeboten. Jedoch gibt es auch italienische, asiatische und vegane Restaurants, die in den kleinen, touristischen Küstenorten seltener anzutreffen sind.

Doch auch außerhalb der historischen Innenstadt kann Santiago de Compostela mit ihrem Charme überzeugen. Die vielen hübsch angelegten Parks laden zu einem Spaziergang fernab der Menschenmassen ein. Der Parque de San Domingos de Bonaval (Google Maps: https://maps.app.goo.gl/HyfyHoRMyf4TuFcw5) lädt mit schattigen Wegen und Wiesen zum Verweilen ein, während man einen tollen Blick auf nahe Sehenswürdigkeiten hat.

Dieses Bild ist bei einer Pause vom Trubel im besagten Park aufgenommen wurden. Von der Wiese aus hatte man einen freien Blick auf das Wahrzeichen Santiagos. Im Hintergrund die sanften Berge, die Galicien durchziehen. Die Bäumen spendeten dabei noch erholsamen Schatten vor der heißen Sonne Spaniens. Hier könnte ich Stunden verbringen und die Aussicht in meinem Skizzenbuch festhalten.

Einen persönlichen Minuspunkt erhält Santiago de Compostela im Hinblick auf den Tourismus und die Vermarktung rund um den Jakobsweg. Wie bereits erwähnt ist Santiago de Compostela der offizielle Endpunkt für die Pilger, was die Stadt zu ihrem Vorteil nutzt. Überall findet man Souvenirläden, und das gesamte Stadtbild ist auf die Bedürfnisse der Pilger und Touristen ausgerichtet. Das ist jedoch Kritik auf hohem Niveau, denn durch den Tourismus wird nicht nur die wunderschöne Architektur erhalten, sondern auch der Lebensunterhalt vieler Einheimischer gesichert.

zwischenstopp in pontevedra

Wir haben eine Übernachtung in Pontevedra eingeplant, um die Stadt zu erkunden und den Reisetag nicht zu lang werden zu lassen. Übernachtet haben wir in der Pensión A Xanela mitten im Herzen von Pontevedras Altstadt. Das Zimmer war für eine Nacht ausreichend, auch wenn es recht klein und nicht ganz makellos sauber war. Mit einem Preis von 80€ pro Nacht für zwei Personen war es in Ordnung. Ein Frühstück wurde in der Pension nicht angeboten, allerdings stand ein gemütlicher Gemeinschaftsbereich mit Küchenzeile zur Verfügung.

Da unser Aufenthalt nur eine Nacht betrug, entschieden wir uns am nächsten Morgen bei Lola & Lía Pontevedra | Brunch & Lunch | zu frühstücken. Das Frühstück dort war köstlich, die Auswahl vielfältig und die Preise sehr fair. Leider war mein Hunger so groß, dass ich völlig vergessen habe, ein Foto von dem Essen zu machen. Pontevedra hat mich persönlich nicht so beeindruckt, weshalb ich leider auch keine Fotos von unserem Aufenthalt gemacht habe.

die küstenregion [O Grove, sanxenxo]

Die letzten Sonnenstrahlen genießen

Die Küstenregion der Provinz Pontevedra ist ein bei vielen Spaniern beliebtes Urlaubsziel. Sie bietet alle Vorzüge eines touristischen Ortes, ohne dabei überfüllt oder aufdringlich zu wirken. Mehrer kleine Restaurants und Strandbars säumen den Holzweg entlang der Küste. Die Strände sind kostenlos, und für wenig Geld kann man dort Strandliegen und Sonnenschirme für den Tag mieten.

Der Praia A Lanzada, gelegen in den Gemeinden O Grove und Sanxenxo, ist einer der bekanntesten Strände in Galicien und ein wahres Paradies für Naturliebhaber und Wassersportler. Mit einer Länge von 2400 m und einer Breite von 70 m lädt der Strand nicht nur zum Baden, Surfen und Windsurfen ein, sondern auch zu einem entspannten Spaziergang direkt am Wasser. Aber auch andere Strände wie der Playa de Foxos bieten goldenen Sand, kristallklares Wasser und atemberaubende Sonnenuntergänge. Die Fotos vermitteln einen kleinen Eindruck dieser Naturschönheit, können aber der wahren Pracht kaum gerecht werden.

Atemberaubender Sonnenuntergang am Playa de Foxos

unterkunft

Entlang der Küste findet man zahlreiche kleinere Hotels und Ferienwohnungen, die in unmittelbarer Nähe zum Strand liegen und für jedes Budget eine passende Unterkunft bieten.

Wir haben uns aufgrund der Nähe zum Strand und des fairen Preises für das Hotel Marola entschieden. Das 2-Sterne Hotel ist ein einfaches Hotel und bietet neben kostenlosen Parkplätzen, auch einen Außenpool und einen Bereich für Padel an. Das inbegriffene Frühstücksbuffet war qualitativ nicht heruasragend, für den Preis jedoch in Ordnung. Unser Zimmer und das anliegende Badezimmer waren sauber und ansprechend. In der Hochsaison haben wir für 5 Nächste inklusive Frühstück insgesamt 547€ bezahlt.

Verpflegung

Entlang des Holzstegs an der Küste reihen sich mehrere kleine Restaurants und Strandbars, die im Wesentlichen ähnliche Gerichte anbieten. Auf der Speisekarte stehen typische Tapas wie Fleisch, Pommes, Fisch, Meeresfrüchte, Tortilla, Empanadas und Salate. Geschmacklich war das Essen in Ordnung, allerdings suchten wir vergeblich nach Gemüse oder veganen Optionen. Die Preise sind vergleichbar mit denen in Deutschland.

Frühstück im Navis

Positiv überrascht hat uns das Frühstückslokal Navis, das sich in unmittelbarer Nähe unserer Unterkunft befand. Neben Pancakes bietet es eine große Auswahl an belegten Broten sowie leichtere Optionen wie Acai Bowls. Ich entschied mich für die Acai Bowl, die nicht nur super lecker war, sondern auch reichlich mit frischen Früchten und Erdnussbutter getoppt wurde. Auch die Kaffeespezialitäten waren köstlich und absolut empfehlenswert.

In fußläufiger Nähe gab es nur wenige Einkaufsmöglichkeiten. Ein kleiner Laden bot Basisprodukte wie Obst, Gemüse, Brot, Müsli und Snacks an. Außerdem konnte man dort nützliches Strandzubehör wie Sonnenschirme kaufen, die in der spanischen Hitze am Strand unverzichtbar sind (Google Maps: https://maps.app.goo.gl/ka2GWaQtKsovopUy8). Mit dem Bus oder Auto waren größere Supermärkte jedoch gut erreichbar, die eine umfangreichere Auswahl an Produkten führten.

Surfen

Prado Surfschule in A Lanzada

Surfen war der Hauptgrund für unsere Wahl dieses Reiseziels. Wir haben an der Prado Surfschule in A Lanzada einen dreitägigen Surfkurs gemacht. Die kleine Surfschule verfügt über ein Lager für das Equipment und einen Gemeinschaftsbereich, wo man seine Sachen verstauen und in den Neoprenanzug schlüpfen kann. Umkleiden und Toiletten gibt es zwar nicht direkt an der Schule, aber gleich daneben befindet sich eine große öffentliche Toilette, die sich zum Umziehen eignet. Die Surfschule bietet neben Surfkursen auch Materialverleih an, darunter Ausrüstung für Surf-, Bodyboard- und Longboard-Sport, die man stunden- oder tageweise mieten kann.

Preise Materialverleih Prado Surfschule A Lanzada

Die Buchung unseres Surfkurses verlief problemlos. Wir haben lediglich den ersten Tag im Voraus per E-Mail reserviert und die weiteren Kurse spontan vor Ort gebucht. Die Surfstunden beginnen ab 10 Uhr morgens und reichen bis weit in den Nachmittag hinein. Pro Person kostet eine Einheit 25 €, inklusive Softboard und Neoprenanzug. Bucht man bereits mehrere Tage im Voraus, erhält man Rabatt auf den Gesamtbetrag. Jede Surfstunde dauert 2 Stunden und besteht aus einem kurzen Warm-up, einer technischen Einführung und dann geht es auch schon ins Wasser.

Die Gruppe bestand aus etwa 12 Personen, betreut von zwei Trainern, die hilfreiche Tipps gaben und bei der Wellenwahl unterstützten. Aufgrund der Gruppengröße konnten sie natürlich nicht jeden einzeln beobachten, doch sie waren stets bemüht. Wichtig zu wissen ist, dass die meisten Trainer und der Großteil des Teams hauptsächlich Spanisch sprechen, da die meisten Touristen aus Spanien kommen. Wir hatten angegeben, dass unser Spanisch noch nicht fließend ist, und uns wurde ein Trainer zugeteilt, der Englisch sprach. Der weitläufige Strand bietet genügend Platz, sodass viele Surfer gleichzeitig aktiv sein können, ohne sich gegenseitig zu stören.

Da die Küstenregion direkt am Atlantik liegt, ändern sich die Wetterbedingungen und vor allem die Wellen schnell in ihrer Stärke und Höhe. An unserem ersten Tag hatten wir als Anfänger ideale Bedingungen und konnten einige grüne Wellen surfen. An den nächsten beiden Tagen kämpften wir jedoch mit starkem “Swell”, bei dem die Wellen bis zu 1,80 m hoch wurden und in kurzen Intervallen brachen. Wir fühlten uns mehr wie in einer Waschmaschine und wurden gut durchgespült. Wir sind dann lediglich Weißwasserwellen gesurft, die an Intensität aber nichts eingebüßt haben. Verständlicherweise fühlten wir uns nach den beiden Tagen vom Meer besiegt und wir brauchten erstmal eine Pause vom Surfen.

Zusammenfassung Surfkurs:

  • Öffnungszeiten: 10:00 – 19:00 Uhr
  • Dauer Surfkurs: 2 Stunden
  • Kosten Surfkurs, inklusive Materialverleih: 25€ pro Person
  • Gruppengröße: 12 – 15 Personen (Betreuung durch 2 Trainer)

wandern

Wir haben unsere Zeit nicht nur mit surfen und sonnenbaden verbracht, sondern einen Tag haben wir eine Wanderung unternommen. Das Ziel war ein Aussichtspunkt auf dem Monte de Siradella (Google-Maps: https://maps.app.goo.gl/7vYVQsg9ZXTAtNL76), der einen wunderschönen Blick über die Küstenregion gibt. Unser Startpunkt war am Hotel und wir sind dem langen Holzsteg entlang der Strände und durch die Dünen gefolgt. Leider haben wir den Fehler gemacht, am Ende des Holzstegs entlang der Dünen der  Straße zum Aussichtspunkt zu folgen, weil wir die auf Komoot angezeigten Wanderwege nicht finden konnten. Bei Temperaturen um die 30° und direkter Sonneneinstrahlung war der Anstieg auf der Straße deutlich anstrengender als erhofft. Doch der atemberaubende Ausblick am Ende hat die Strapazen mehr als entschädigt.

Vom Aussichtspunkt hat man einen wunderschönen Blick auf den malerischen Praia da Lanzada, die kleinen Dörfer und Buchten der Küstenregion.

Ausblick vom Monte de Siradella

Auf dem Rückweg haben wir schließlich doch noch die Wanderwege durch die malerische Waldlandschaft, gesäumt von Eukalyptus-Bäumen, entdeckt. Der Weg war dadurch nicht nur deutlich kürzer, sondern auch viel angenehmer, und meine Laune verbesserte sich spürbar. Daher mein Tipp: Wenn man vom Praia da Lanzada kommt, die Treppe zur Straße hinaufsteigt und am kleinen Parkplatz vorbeigeht, sieht man auf der rechten Seite ein Schild mit einer Paintball-Werbung. Folgt man diesem Weg, gelangt man direkt auf die Waldwege, die in Richtung des Aussichtspunkts führen. Es gibt dort viele weitere Wege, die entweder nur spärlich oder gar nicht ausgeschildert sind – ideal, um auf eigene Faust Entdecker zu werden.

Unser Start- und Endpunkt war unser Hotel, und für die gesamte Wanderung haben wir etwa 6 Stunden gebraucht. Dabei haben wir eine längere Mittagspause eingelegt und sind auf dem Rückweg direkt am Strand entlanggelaufen. Alternativ kann man auch mit dem Bus zur gewünschten Haltestelle fahren oder mit dem Auto anreisen, um von dort aus die Wanderung zu beginnen.

fazit

Unsere Reise in den Nordwesten Spaniens, nach Galicien, hat uns sowohl Abenteuer als auch Entspannung geboten. Die Region ist ein Paradies für Surfer und Naturfreunde gleichermaßen, mit traumhaften Stränden, idealen Wellen und einer üppigen, grünen Landschaft. Auch kulturell hat uns Galicien mit der historischen Stadt Santiago de Compostela und den charmanten Dörfern entlang der Küste gut gefallen. Obwohl die Anreise und der Aufenthalt mit einigen kleinen Herausforderungen verbunden waren, hat uns die Schönheit der Natur und die Kraft des Atlantiks sehr begeistert. Jedoch muss ich für mich sagen, dass ich an diesen Ort erstmal nicht mehr zurückkehren werde. Falls ich jedoch noch weitere Teile der Küstenregion erkunden möchte, würde ich dies mit einem Mietwagen tun, um mehr Freiheit zu haben und verschiedene Orte besuchen zu können.

Wandern in Bayern: Rundweg Obersee und Röthbachfall | 8 km

Der Obersee ist ein natürlicher Bergsee in den Berchtesgadener Alpen in Oberbayern und der kleine Bruder des berühmten Königssees. Umgeben von den steilen Felshängen des Watzmannmassivs fügt sich der See malerisch in die atemberaubende Landschaft ein. Dieser Ort ist ein Stück unberührte Natur und strahlt eine friedliche Atmosphäre aus, die perfekt für eine entspannte Wanderung ist.

Route

  • Rundtour
  • Schwierigkeit: leicht
  • Länge: 8 km
  • Dauer: 2:40 h
  • Start/Endpunkt: Salet Anlegestelle

Die Rundtour ist eine leichte Wanderung entlang des Obersees mit Halt am Röthbach-Wasserfall und ist ideal für Anfänger:innen, oder diejenigen, die eine entspannte Outdoor-Erfahrung suchen. Die Wanderung führt entlang eines Hauptwanderweges und ist gut ausgeschildert und leicht zu folgen. Da der Weg ab dem Obersee sehr uneben ist und es auch ein paar felsige Stufen zu überwinden gibt, ist der Weg nicht barrierefrei. Ich empfehle das Tragen von festem Schuhwerk, vorzugsweise Wanderschuhen, aber sonst bedarf es für diese Wanderung keines besonderem Equipments.

Anreise

Die Anreise nach Schönau am Königssee ist sowohl mit dem eigenen PKW als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Übernachtet habe ich im herzlichen Alpenhotel Kronprinz, direkt in Berchtesgaden. Dieses Hotel bietet einen Panoramablick auf den berühmten Watzmann und kann auch kulinarisch überzeugen. Mein Zimmer war äußerst gemütlich eingerichtet und ich habe mich rundherum wohl gefühlt. Auch vom Preis her ist es für die Region um Berchtesgaden wirklich empfehlenswert. Vom Stadtzentrum oder vom Hauptbahnhof hat man per Bus eine gute Anbindung zum Königssee. Die Busse fahren alle 30 Minuten und bringen einen direkt nach Schönau zum Königssee oder zur Jennerbahn. Da die Busse im Deutschland-Ticket enthalten sind, konnte ich sie kostenlos nutzen.

Der Beginn der Route ist am Anleger des Königssees in Schönau, da der Startpunkt der Wanderung nur per Boot erreichbar ist. Das kristallklare Wasser des Königssees, umgeben von steilen Felswänden und tiefen Wäldern, bot einen Vorgeschmack auf die beeindruckende Natur, die mich erwarten würde. Die Tickets können direkt vor Ort an einem der Kassenhäuschen gekauft werden. Die Hin- und Rückfahrt nach Salet kostete mich 28,50€. Alle weiteren Preise und Online-Tickets können auf der Website des Königssees eingesehen werden (Link zur Website). Mit dem Ticket nach Salet kann man auf dem Hin- oder Rückweg einen Zwischenstopp in St. Bartholomä einlegen und die Fahrt anschließend fortsetzen.

Da der Fahrplan nach Salet saisonabhängig ist, kann die Wanderung nur von Ende April bis Anfang Oktober gemacht werden (Link zum Fahrplan). In den übrigen Monaten wird die Anlegestelle Salet nicht angefahren.

Wanderung

Beginn der Route ist am Bootsanleger Salet. Von dort führt ein Weg an der Saletalm vorbei und man erreicht nach ungefähr 15 min Gehzeit den Obersee. Von dort hat man bereits einen grandiosen Blick über den gesamten See, die Felshänge und den Röthbach-Wasserfall in der Ferne. Viele Menschen nutzen diesen Ausblick bereits als einen ausgezeichneten Fotospot. Der Wanderweg führt dann direkt entlang am Ufer des Obersees. Das Wasser des Sees ist so klar, dass es am Rand türkis erscheint und man bis auf den Grund sehen kann. Bei Sonnenschein spiegelt sich der Himmel und die umliegenden Berge im See, was einen beeindruckenden Anblick bietet.

Am Ende des Sees kann man entweder in der Fischunkealm einkehren oder dem Weg zum Röthbach-Wasserfall folgen. Ich bin dem Weg noch weiter zum Wasserfall gefolgt und da das Wetter recht regnerisch war, hatte ich den Weg fast komplett für mich alleine und konnte so die Natur in vollen Zügen genießen.

Der Weg zum Wasserfall führt durch das Tal umringt von felsigen Bergen, die steil in den Himmel ragen. Bei meinem Besuch hingen die Wolken tief in den Tannen und mehrere Wasserfälle rauschten an den steinigen Felswänden hinab, wodurch der Anblick für mich noch beeindruckender wurde. Ich war froh meine dicken Wanderschuhe zu tragen, da der Boden nicht befestigt ist und es durch den Regen äußert schlammig wurde und sich mittlerweile einige große Pfützen gebildet hatten, die es zu überqueren gab. Jetzt im Sommer trifft man dort auf den Wiesen Weidetiere an, die sich nicht von den Besuchern aus der Ruhe lassen bringen. Trotzdem sollte man weiterhin Abstand halten und ihnen ihren Raum geben, damit sie ungestört grasen können.

Der Röthbach-Wasserfall ist mit seiner Gesamtlänge von 470 m der höchste Wasserfall in Deutschland. Man kann diesen wie bereits erwähnt schon von der anderen Seite des Obersees sehen, jedoch lohnt sich eine Wanderung dorthin vollkommen. Der Wasserfall ist wirklich imposant und verwandelt sich am Boden in einen reißenden Bach, der durch das Tal fließt und in einen kleinen See mündet. Wie auf dem Bild zu erkennen ist, konnte ich während meines Besuchs mehrere Wasserfälle bestaunen.

Mit mehr Zeit kann man von dort noch weiter zur Wasseralm (schwarz), Gotzenalm (rot) oder dem Hochgschirr (rot) wandern. Die Wanderung zur Wasseralm bietet beispielsweise einen imposanten Blick auf den Obersee und auf die Berge. Diese Wanderung sind jedoch etwas anspruchsvoller und durch das begrenzte Zeitfenster der Fähre möglicherweise zu weit entfernt für einen Tag. Diese Wanderungen bieten sich an mit einer Übernachtung zu kombinieren und das unglaubliche Panorama des Steinernen Meers zu bewundern.

Nach einer ausgiebigen Pause machte ich mich auf den Rückweg. Die Wanderung führte mich wieder entlang des Sees zurück nach Salet. Mit dem nächsten Boot geht es dann erneut über den Königssee, um ein letztes Mal die atemberaubende Aussicht in sich aufzunehmen, das kristallklare Wasser zu genießen und ein paar letzte Fotos zu machen.

St. bartholomä

Auf meinem Rückweg habe ich noch einen Zwischenstopp in St. Bartholomä gemacht. Wahrzeichen ist die Kapelle mit dem imposanten Watzmann dahinter, dessen Panorama man auf jeder Postkarte findet. Der Herr Watzmann war leider in der dichten Wolkendecke dieses mal nicht zu sehen.

In St. Bartholomä gibt es sonst nicht viel zu entdecken, außer eine Gaststätte und eine Touristeninformation. Zum Wandern ist dieser Halt aber ebenfalls eine schöne Ausgangsstelle. Es gibt einen kleinen Rundweg (ca. 30 Minuten), die Wanderung zur Eiskapelle (ein permanentes Eisfeld) und mehrere anspruchsvolle Wanderung, auch Richtung Schönau zurück.

Die Rundtour zur Eiskapelle und zurück ist mit einer Gesamtzeit von 3 Stunden gut machbar und als leichte Wanderung ausgeschildert. Jedoch hatte ich nicht mehr genügend Zeit bevor das letzte Boot wieder Richtung Schönau gefahren ist und das wollte ich auf keinen Fall verpassen. Deshalb habe ich mich für den kleinen Rundweg entschieden.

Der Rundweg verläuft entlang des Ufers vom Königssee und bietet einen weiten Blick über den See. Danach biegt man in einen kleinen Wald ab, der zu dieser Jahreszeit unglaublich grün erscheint und endet an wieder an der berühmten Kapelle.

fazit

Der Obersee und die Region um den Königssee bietet für Anfänger als auch für Profis tolle Wanderungen und ein tolles Erlebnis, wenn man seinen Tag gleich mit einer Bootsfahrt über einen der berühmtesten Seen Deutschlands beginnt. Durch die Lage wird ein fast unberührtes Stück Natur geboten, dass sich malerisch in die Umgebung einbettet. Die steinigen Felshänge, die das Tal einschließen und der Blick auf Deutschlands höchsten Wasserfall machen diesen Ausflug zu einem echten Erlebnis. Aufgrund der hohen Beliebtheit trifft man dort vor allem in den Sommermonaten und bei gutem Wetter viele Besucher an. Bei meinem Besuch hatte ich Glück kaum eine Menschenseele zu treffen, da das Wetter regnerisch und kühl war. Was meiner Meinung nach aber nichts an dem Spaß nimmt draußen in der Natur zu sein. Wenn ihr auf der Suche nach einem Ort seid, an dem ihr die Schönheit der Natur in vollen Zügen genießen könnt, kann ich euch den Obersee nur wärmstens empfehlen.

Surfen in Cornwall: Meine unvergesslichen Erfahrungen und Tipps

Das Meer hat mich mein ganzes Leben lang fasziniert. Es ist ein konstanter Begleiter, immer präsent, und doch zeigt es sich jeden Tag von einer anderen Seite. Manchmal ist das Meer rau und unberechenbar, mit hohen Wellen, die sich am Ufer brechen und alles mit sich reißen. Ein anderes Mal ist es sanft und funkelt im Sonnenlicht wie Millionen von Diamanten. Ganz gleich, wie weit ich vom Meer entfernt wohne, ich höre den Ruf und spüre die Faszination, die mich immer wieder zurückkehren lässt. Für viele gibt es keine bessere Möglichkeit in die Kraft und Schönheit des Ozeans einzutauchen, als durch das Surfen – und genau das wollte ich selbst erleben

In diesem Blogbeitrag geht es um die Vorfreude auf die Fahrt zur Küste (und der nervenaufreibenden Fahrt auf der “falschen” Straßenseite) bis hin zu den ersten aufregenden Erfahrungen beim Surfen in Cornwall. Oh, und kleiner Spoiler: Mein Freund und ich haben auch eine Wanderung entlang der atemberaubenden Küste Cornwalls unternommen, die sich ganz anders als erwartet herausstellte. Aber dazu später mehr.

die reise beginnt

Cornwall liegt an der zerklüfteten Küste im Südwesten Englands und verfügt über einige der malerischsten Strände des Vereinigten Königreichs. Es ist ein Ort, an dem Land und Meer in einem dramatischen Zusammenstoß von Klippen und Wellen aufeinandertreffen. Mein Freund und ich brachen zu unserem ersten gemeinsamen Camperurlaub auf. Als jemand, der noch nie auf der “falschen” Straßenseite gefahren ist, war ich etwas unsicher. Die engen Straßen und die zahlreichen Kreisverkehre sorgten für schwitzige Handflächen und viel Fluchen meinerseits. Ich war erleichtert, dass ich die meiste Zeit der Reise auf dem Beifahrersitz verbringen konnte, um die Landschaft zu genießen.

Unsere erste Station im Südwesten Englands war Eype in Dorset, wo mein Freund als Kind viele schöne Stunden verbracht hat, darunter beim Steinehüpfen. Das Wetter war ideal – strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen, was man im englischen Sommer nicht immer erwarten kann. Wir saßen im Sand und genossen einen atemberaubenden Sonnenuntergang, der die Klippen in goldenes Licht tauchte. Am nächsten Morgen machten wir uns noch vor dem Frühstück auf den Weg, um einen kleinen Abschnitt des South West Coast Path zu erkunden. Erneut hatten wir Glück mit dem Wetter, als wir von Eype nach West Bay wanderten. Der entspannende Weg entlang der grünen Klippen mit Blick auf die Küste war ein Genuss. Da wir vorhatten, nach unserem Surfkurs weitere Teile des South West Coast Path zu wandern, stimmte uns dieser erste Abschnitt optimistisch für die kommenden Tage – wie sehr wir uns doch täuschen sollten.

Gestärkt durch ein herzhaftes Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Praa Sands, wo wir für die nächsten Tage einen Stellplatz auf dem Higher Pentreath Campsite gebucht hatten. Leider hatten wir zu spät gebucht und bekamen keinen Stellplatz mit Stromanschluss, was ich mir für das nächste Mal wünschen würde. Es sei denn, man hat ein Wohnmobil mit einer stärkeren Batterie oder ein gutes Wort bei den Wettergöttern eingelegt, denn wir kämpften die gesamte Zeit unseres Aufenthalts mit Nebel, Regen und ständiger Feuchtigkeit. Trotzdem war es ein gemütlicher Campingplatz mit einigen Extras und zufriedenstellenden Sanitäranlagen (es sei denn, man legt großen Wert auf Luxus und die Abwesenheit von Spinnen). Das Beste am Campingplatz war der schöne Blick auf den Strand und das Meer sowie der gelegentliche wunderschöne Sonnenuntergang. Praa Sands ist ein nettes kleines Örtchen, aber es gibt nicht viel zu tun. Für mich und meinen Freund war es also perfekt zum Entspannen.

die wellen reiten

Dank mehrerer geschützter Strände und einer Vielzahl von Surfschulen ist Cornwall auch für Surfanfänger eine gute Wahl. Wir haben zum Beispiel einen zweitägigen Kurs bei der Global Boarders Surf School in Gwithian gemacht, die ich sehr empfehlen kann. Der Strand ist geschützt mit perfekten Wellen für Anfänger, und das gesamte Team war super freundlich und zuvorkommend. Der einzige Nachteil, den man nicht vermeiden kann, ist, dass viele Gruppen von verschiedenen Surfschulen am selben Strand surfen und es ziemlich voll werden kann. Oft mussten wir ausweichen oder von unseren Brettern springen, um andere Surfanfänger und uns selbst nicht zu gefährden. Trotzdem hatten wir jede Menge Spaß.

Am Morgen unserer ersten Surfsession war ich ziemlich aufgeregt und konnte mir nicht so recht vorstellen, was auf mich zukam und wie ich mich anstellen würde. Ich war fest entschlossen, mich nicht zu blamieren, auch wenn ich nicht genau sagen konnte, wen ich beeindrucken wollte. Nach einer kurzen Theorieeinheit gingen wir direkt ins Wasser. Der Versuch, die ersten Wellen zu erwischen, erwies sich als schwieriger als ich zunächst dachte. Nach vielen verpassten Wellen und noch mehr Tauchgängen zurück ins Wasser, erwischte ich schließlich die perfekte Welle. Sofort ging ich in die Knie und stand dann mit leicht wackeligen Beinen auf. Als ich zum ersten Mal richtig aufstand und nicht gleich wieder ins Wasser fiel, spürte ich, wie eine Welle der Freude in mir aufstieg, und ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Natürlich war ich bei meinen ersten Surfversuchen nicht besonders schnell oder anmutig, aber das Gefühl, auf dem Brett zu stehen, den Wind im Gesicht und die Sonne auf der Haut zu spüren, war einfach toll. Allerdings fand ich mich schnell wieder am Strand wieder und musste zurück ins tiefere Wasser. Das war gar nicht so einfach, denn der Wind zerrte an meinem Brett, die Wellen versuchten, mich ans Ufer zurückzudrängen, und alle anderen Surfer versuchten mehr oder weniger, in die entgegengesetzte Richtung zu fahren. Am Ende des Tages fiel ich völlig erschöpft, aber überglücklich in meinen Schlafsack.

Am zweiten Tag war ich weniger mit der Theorie beschäftigt und konzentrierte mich mehr darauf, ein Gefühl für die richtigen Wellen zu bekommen und mich richtig auf dem Brett zu positionieren. Die Tauchgänge wurden seltener, und ich stand öfter auf dem Brett. Das war ein fantastisches und befreiendes Gefühl. Ich hatte das Meer sehr vermisst, und erst hier wurde mir bewusst, wie viel es mir wirklich bedeutete. Ich spürte eine innere Ruhe und Gelassenheit, die ich schon lange nicht mehr erlebt hatte. Der zweite Surftag verging viel zu schnell, aber mir war klar, dass es nicht das letzte Mal gewesen sein würde, und ich hatte definitiv eine neue Leidenschaft entdeckt. Nach diesen zwei Tagen bin ich immer noch ein Anfänger, aber es gibt bereits Pläne, meine Fähigkeiten dieses Jahr weiter auszubauen, diesmal in Spanien.

der south west coast path

Der nächste Tag begann damit, dass wir unsere Rucksäcke packten und unsere Wanderschuhe schnürten, um uns auf den South West Coast Path zu begeben. Ich hatte noch nie etwas von diesem Fernwanderweg gehört und auch nicht wirklich recherchiert, aber nachdem ich im Jahr zuvor den Jakobsweg gegangen war, wollte ich unbedingt einen Abschnitt davon wandern. Wir nahmen den Bus zu unserem Ausgangspunkt, St Just in Penwith. Nach einem entspannten Spaziergang durch die kleine Stadt waren wir bald von Grün umgeben und kamen dem Meer immer näher. Die hohen, zerklüfteten Klippen boten einen spektakulären Anblick, und als wir uns dem Rand der Klippen und dem Meer näherten, wurde die Aussicht noch beeindruckender.

Der Weg schmiegte sich eng an den Rand der Klippe und stieg allmählich höher und höher, während die Weite des Meeres ein ständiger Begleiter blieb. Trotz des brennenden Gefühls in den Beinen und der Anstrengung bei jedem Atemzug gingen wir weiter und begegneten unterwegs nur wenigen anderen Wanderern. Gelegentlich wurden die anspruchsvollen Abschnitte des Weges von flachen, mit lila Heidekraut bewachsenen Wiesen abgelöst, und wir konnten die Aussicht auf die zahlreichen Buchten genießen. Nach etwa 8 km machten wir in Sennen Cove im gemütlichen Sennen Cove Cafe zum ersten Mal Halt. Es tat so gut, den Rucksack von den schmerzenden Schultern zu nehmen, sich hinzusetzen und die schweren Wanderschuhe für einen Moment auszuziehen, um die Füße trocknen zu lassen. Das Essen war himmlisch nach der morgendlichen Wanderung, und wir mussten uns fast aus dem Cafe rollen, weil wir so gut gegessen hatten. Aber wir waren noch nicht fertig für den Tag, und so machten wir uns pünktlich wieder auf den Weg. Wir hatten noch einige Kilometer vor uns, und wir hatten schon viel Zeit auf dem Weg verstreichen lassen.

Der nächste Abschnitt des Weges verlief auf etwas leichterem Terrain, und selbst als es steiler wurde, kamen wir gut voran. Bald erreichten wir Land’s End, einen wichtigen Meilenstein auf unserer Wanderung. Leider hatte sich das Wetter geändert, und ein dichter Nebel hüllte die gesamte Küste ein, so dass wir kaum mehr als die nächste Bucht sehen konnten. Die Aussicht muss überwältigend sein, wenn die Sonne scheint, alles in warmes Licht taucht und das Meer im Sonnenlicht glitzert. Wir verließen Land’s End schnell wieder, da uns diese Touristenattraktion nach unserem friedlichen Marsch zu überlaufen vorkam. Danach wurde es schnell wieder ruhig, und wir waren wieder eins mit der Natur.

Der Weg hatte einige Höhepunkte zu bieten, wie den Enys Dodnan Arch und den Nanjizal Beach. Manchmal eröffneten sich spektakuläre Ausblicke erst, nachdem wir einige Zeit gelaufen waren und einen Blick zurück auf den Weg geworfen hatten. So stießen wir beispielsweise auf eine Bucht mit zahlreichen tiefen Höhlen, die auf der anderen Seite völlig verborgen waren. Als sich nach weiteren 8 km erste Anzeichen von Erschöpfung einstellten, hielten wir am Porthgwarra Beach an und gönnten uns im Porthgwarra Cave Cafe eine wohlverdiente Portion Pommes und ein Cornish Pasty. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch etwa 9 km Wegstrecke vor uns.

Entlang der Klippen ging es ständig bergauf und bergab, mit Abschnitten, in denen wir über Felsen klettern oder uns eng an die schützende Felswand schmiegen mussten, während die Klippen zu unserer Rechten etliche Meter abfielen. Wir hatten unsere Fähigkeiten bei weitem überschätzt. Als wir die nächste größere Stadt erreichten, beschlossen wir, den Bus zu nehmen, um näher an den Campingplatz zu kommen, auf dem wir die Nacht verbringen wollten. Kaum waren wir aus dem Bus ausgestiegen, begann es zu regnen, und zu unserer Erschöpfung kamen noch nasse Füße. Wir entschieden uns, den öffentlichen Fußweg zu nehmen, um uns nicht den rasenden Autos auf der Straße auszusetzen. Glücklicherweise erreichten wir schließlich den Campingplatz, bauten unser Zelt auf und fielen um 19 Uhr völlig erschöpft in unsere Schlafsäcke.

Wir machten uns auf den Weg durch das üppige Grün, um wieder auf den South West Coast Path zu stoßen. Bis zu unserem endgültigen Ziel in Penzance waren es nur noch etwas mehr als 15 km, und wir ließen uns Zeit, um die einzigartige Landschaft um uns herum zu genießen. Der Wind strich uns sanft über das Gesicht, das Meer glitzerte in tiefstem Blau, und die Klippen waren in warmes Sonnenlicht getaucht. Mit jedem Schritt fühlten sich unsere Füße leichter an. Doch in Mousehole, kurz vor unserem Ziel, spürte ich die ersten Blasen, und jeder Schritt wurde zu einem Kampf. Außerdem änderten sich das Terrain und die Landschaft, denn das letzte Stück führte nicht mehr durch grüne Wälder und Wiesen entlang der Klippen, sondern neben einer gut befahrenen Straße auf einem gepflasterten Gehweg.

Wir waren erleichtert, als wir endlich in Penzance ankamen, und ich nutzte sofort die Gelegenheit, meine qualmenden Wanderschuhe gegen Flipflops zu tauschen. Wir erkundeten kurz die Stadt, die leider eine Enttäuschung war, da viele Geschäfte geschlossen waren und nicht besonders einladend aussahen. Zurück auf dem Campingplatz waren wir froh, unser Zelt gegen unseren vergleichsweise bequemen Camper einzutauschen. Obwohl wir uns im Vorfeld nicht über das Gelände informiert und unsere Fähigkeiten mit der Anzahl der Kilometer für den ersten Tag überschätzt hatten, war es dennoch eine fantastische Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Im Nachhinein würde ich gerne zurückkehren und einen weiteren Abschnitt des South West Coast Path wandern, aber diesmal mit einer bequemen Unterkunft für die Nacht. Die Landschaft und die Ruhe, die man auf diesem Weg erlebt, sind so anders als alles, was ich bisher kannte. Es gibt verstreute kleine Städte, in denen man eine Pause einlegen kann, aber es gibt auch weite Strecken, auf denen man kaum einer anderen Person begegnet und einfach in die wilde Natur eintauchen kann – eine wirklich befreiende Reise.

gedanken zum ende der reise

Als unsere Reise entlang des South West Coast Path zu Ende ging, konnte ich nicht anders, als über die unglaublichen Erfahrungen nachzudenken, die wir gemacht hatten. Von atemberaubenden Ausblicken auf die Klippen bis hin zu unerwarteten Herausforderungen hat jeder Moment einen unauslöschlichen Eindruck in meiner Erinnerung hinterlassen. Trotz der Blasen und der Erschöpfung war das Gefühl, etwas geschafft zu haben, unermesslich. Und als ich auf unser Abenteuer zurückblickte, wurde mir klar, dass es manchmal die unerwarteten Wendungen sind, die eine Reise wirklich unvergesslich machen.

Aber unser Abenteuer ist hier noch nicht zu Ende. Es gibt noch unzählige Wanderwege zu erkunden, neue Landschaften zu entdecken und endlose Möglichkeiten für Abenteuer warten gleich um die Ecke. Während wir uns also vom South West Coast Path verabschieden, kann ich nicht anders, als mich auf die Abenteuer zu freuen, die vor uns liegen. Danke, dass ihr mich auf dieser Reise begleitet habt, und ich hoffe, unsere Wege kreuzen sich bald wieder. Bis dahin, viel Spaß beim Wandern!