Surfen in Cornwall: Meine unvergesslichen Erfahrungen und Tipps

Das Meer hat mich mein ganzes Leben lang fasziniert. Es ist ein konstanter Begleiter, immer präsent, und doch zeigt es sich jeden Tag von einer anderen Seite. Manchmal ist das Meer rau und unberechenbar, mit hohen Wellen, die sich am Ufer brechen und alles mit sich reißen. Ein anderes Mal ist es sanft und funkelt im Sonnenlicht wie Millionen von Diamanten. Ganz gleich, wie weit ich vom Meer entfernt wohne, ich höre den Ruf und spüre die Faszination, die mich immer wieder zurückkehren lässt. Für viele gibt es keine bessere Möglichkeit in die Kraft und Schönheit des Ozeans einzutauchen, als durch das Surfen – und genau das wollte ich selbst erleben

In diesem Blogbeitrag geht es um die Vorfreude auf die Fahrt zur Küste (und der nervenaufreibenden Fahrt auf der “falschen” Straßenseite) bis hin zu den ersten aufregenden Erfahrungen beim Surfen in Cornwall. Oh, und kleiner Spoiler: Mein Freund und ich haben auch eine Wanderung entlang der atemberaubenden Küste Cornwalls unternommen, die sich ganz anders als erwartet herausstellte. Aber dazu später mehr.

die reise beginnt

Cornwall liegt an der zerklüfteten Küste im Südwesten Englands und verfügt über einige der malerischsten Strände des Vereinigten Königreichs. Es ist ein Ort, an dem Land und Meer in einem dramatischen Zusammenstoß von Klippen und Wellen aufeinandertreffen. Mein Freund und ich brachen zu unserem ersten gemeinsamen Camperurlaub auf. Als jemand, der noch nie auf der “falschen” Straßenseite gefahren ist, war ich etwas unsicher. Die engen Straßen und die zahlreichen Kreisverkehre sorgten für schwitzige Handflächen und viel Fluchen meinerseits. Ich war erleichtert, dass ich die meiste Zeit der Reise auf dem Beifahrersitz verbringen konnte, um die Landschaft zu genießen.

Unsere erste Station im Südwesten Englands war Eype in Dorset, wo mein Freund als Kind viele schöne Stunden verbracht hat, darunter beim Steinehüpfen. Das Wetter war ideal – strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen, was man im englischen Sommer nicht immer erwarten kann. Wir saßen im Sand und genossen einen atemberaubenden Sonnenuntergang, der die Klippen in goldenes Licht tauchte. Am nächsten Morgen machten wir uns noch vor dem Frühstück auf den Weg, um einen kleinen Abschnitt des South West Coast Path zu erkunden. Erneut hatten wir Glück mit dem Wetter, als wir von Eype nach West Bay wanderten. Der entspannende Weg entlang der grünen Klippen mit Blick auf die Küste war ein Genuss. Da wir vorhatten, nach unserem Surfkurs weitere Teile des South West Coast Path zu wandern, stimmte uns dieser erste Abschnitt optimistisch für die kommenden Tage – wie sehr wir uns doch täuschen sollten.

Gestärkt durch ein herzhaftes Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Praa Sands, wo wir für die nächsten Tage einen Stellplatz auf dem Higher Pentreath Campsite gebucht hatten. Leider hatten wir zu spät gebucht und bekamen keinen Stellplatz mit Stromanschluss, was ich mir für das nächste Mal wünschen würde. Es sei denn, man hat ein Wohnmobil mit einer stärkeren Batterie oder ein gutes Wort bei den Wettergöttern eingelegt, denn wir kämpften die gesamte Zeit unseres Aufenthalts mit Nebel, Regen und ständiger Feuchtigkeit. Trotzdem war es ein gemütlicher Campingplatz mit einigen Extras und zufriedenstellenden Sanitäranlagen (es sei denn, man legt großen Wert auf Luxus und die Abwesenheit von Spinnen). Das Beste am Campingplatz war der schöne Blick auf den Strand und das Meer sowie der gelegentliche wunderschöne Sonnenuntergang. Praa Sands ist ein nettes kleines Örtchen, aber es gibt nicht viel zu tun. Für mich und meinen Freund war es also perfekt zum Entspannen.

die wellen reiten

Dank mehrerer geschützter Strände und einer Vielzahl von Surfschulen ist Cornwall auch für Surfanfänger eine gute Wahl. Wir haben zum Beispiel einen zweitägigen Kurs bei der Global Boarders Surf School in Gwithian gemacht, die ich sehr empfehlen kann. Der Strand ist geschützt mit perfekten Wellen für Anfänger, und das gesamte Team war super freundlich und zuvorkommend. Der einzige Nachteil, den man nicht vermeiden kann, ist, dass viele Gruppen von verschiedenen Surfschulen am selben Strand surfen und es ziemlich voll werden kann. Oft mussten wir ausweichen oder von unseren Brettern springen, um andere Surfanfänger und uns selbst nicht zu gefährden. Trotzdem hatten wir jede Menge Spaß.

Am Morgen unserer ersten Surfsession war ich ziemlich aufgeregt und konnte mir nicht so recht vorstellen, was auf mich zukam und wie ich mich anstellen würde. Ich war fest entschlossen, mich nicht zu blamieren, auch wenn ich nicht genau sagen konnte, wen ich beeindrucken wollte. Nach einer kurzen Theorieeinheit gingen wir direkt ins Wasser. Der Versuch, die ersten Wellen zu erwischen, erwies sich als schwieriger als ich zunächst dachte. Nach vielen verpassten Wellen und noch mehr Tauchgängen zurück ins Wasser, erwischte ich schließlich die perfekte Welle. Sofort ging ich in die Knie und stand dann mit leicht wackeligen Beinen auf. Als ich zum ersten Mal richtig aufstand und nicht gleich wieder ins Wasser fiel, spürte ich, wie eine Welle der Freude in mir aufstieg, und ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Natürlich war ich bei meinen ersten Surfversuchen nicht besonders schnell oder anmutig, aber das Gefühl, auf dem Brett zu stehen, den Wind im Gesicht und die Sonne auf der Haut zu spüren, war einfach toll. Allerdings fand ich mich schnell wieder am Strand wieder und musste zurück ins tiefere Wasser. Das war gar nicht so einfach, denn der Wind zerrte an meinem Brett, die Wellen versuchten, mich ans Ufer zurückzudrängen, und alle anderen Surfer versuchten mehr oder weniger, in die entgegengesetzte Richtung zu fahren. Am Ende des Tages fiel ich völlig erschöpft, aber überglücklich in meinen Schlafsack.

Am zweiten Tag war ich weniger mit der Theorie beschäftigt und konzentrierte mich mehr darauf, ein Gefühl für die richtigen Wellen zu bekommen und mich richtig auf dem Brett zu positionieren. Die Tauchgänge wurden seltener, und ich stand öfter auf dem Brett. Das war ein fantastisches und befreiendes Gefühl. Ich hatte das Meer sehr vermisst, und erst hier wurde mir bewusst, wie viel es mir wirklich bedeutete. Ich spürte eine innere Ruhe und Gelassenheit, die ich schon lange nicht mehr erlebt hatte. Der zweite Surftag verging viel zu schnell, aber mir war klar, dass es nicht das letzte Mal gewesen sein würde, und ich hatte definitiv eine neue Leidenschaft entdeckt. Nach diesen zwei Tagen bin ich immer noch ein Anfänger, aber es gibt bereits Pläne, meine Fähigkeiten dieses Jahr weiter auszubauen, diesmal in Spanien.

der south west coast path

Der nächste Tag begann damit, dass wir unsere Rucksäcke packten und unsere Wanderschuhe schnürten, um uns auf den South West Coast Path zu begeben. Ich hatte noch nie etwas von diesem Fernwanderweg gehört und auch nicht wirklich recherchiert, aber nachdem ich im Jahr zuvor den Jakobsweg gegangen war, wollte ich unbedingt einen Abschnitt davon wandern. Wir nahmen den Bus zu unserem Ausgangspunkt, St Just in Penwith. Nach einem entspannten Spaziergang durch die kleine Stadt waren wir bald von Grün umgeben und kamen dem Meer immer näher. Die hohen, zerklüfteten Klippen boten einen spektakulären Anblick, und als wir uns dem Rand der Klippen und dem Meer näherten, wurde die Aussicht noch beeindruckender.

Der Weg schmiegte sich eng an den Rand der Klippe und stieg allmählich höher und höher, während die Weite des Meeres ein ständiger Begleiter blieb. Trotz des brennenden Gefühls in den Beinen und der Anstrengung bei jedem Atemzug gingen wir weiter und begegneten unterwegs nur wenigen anderen Wanderern. Gelegentlich wurden die anspruchsvollen Abschnitte des Weges von flachen, mit lila Heidekraut bewachsenen Wiesen abgelöst, und wir konnten die Aussicht auf die zahlreichen Buchten genießen. Nach etwa 8 km machten wir in Sennen Cove im gemütlichen Sennen Cove Cafe zum ersten Mal Halt. Es tat so gut, den Rucksack von den schmerzenden Schultern zu nehmen, sich hinzusetzen und die schweren Wanderschuhe für einen Moment auszuziehen, um die Füße trocknen zu lassen. Das Essen war himmlisch nach der morgendlichen Wanderung, und wir mussten uns fast aus dem Cafe rollen, weil wir so gut gegessen hatten. Aber wir waren noch nicht fertig für den Tag, und so machten wir uns pünktlich wieder auf den Weg. Wir hatten noch einige Kilometer vor uns, und wir hatten schon viel Zeit auf dem Weg verstreichen lassen.

Der nächste Abschnitt des Weges verlief auf etwas leichterem Terrain, und selbst als es steiler wurde, kamen wir gut voran. Bald erreichten wir Land’s End, einen wichtigen Meilenstein auf unserer Wanderung. Leider hatte sich das Wetter geändert, und ein dichter Nebel hüllte die gesamte Küste ein, so dass wir kaum mehr als die nächste Bucht sehen konnten. Die Aussicht muss überwältigend sein, wenn die Sonne scheint, alles in warmes Licht taucht und das Meer im Sonnenlicht glitzert. Wir verließen Land’s End schnell wieder, da uns diese Touristenattraktion nach unserem friedlichen Marsch zu überlaufen vorkam. Danach wurde es schnell wieder ruhig, und wir waren wieder eins mit der Natur.

Der Weg hatte einige Höhepunkte zu bieten, wie den Enys Dodnan Arch und den Nanjizal Beach. Manchmal eröffneten sich spektakuläre Ausblicke erst, nachdem wir einige Zeit gelaufen waren und einen Blick zurück auf den Weg geworfen hatten. So stießen wir beispielsweise auf eine Bucht mit zahlreichen tiefen Höhlen, die auf der anderen Seite völlig verborgen waren. Als sich nach weiteren 8 km erste Anzeichen von Erschöpfung einstellten, hielten wir am Porthgwarra Beach an und gönnten uns im Porthgwarra Cave Cafe eine wohlverdiente Portion Pommes und ein Cornish Pasty. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch etwa 9 km Wegstrecke vor uns.

Entlang der Klippen ging es ständig bergauf und bergab, mit Abschnitten, in denen wir über Felsen klettern oder uns eng an die schützende Felswand schmiegen mussten, während die Klippen zu unserer Rechten etliche Meter abfielen. Wir hatten unsere Fähigkeiten bei weitem überschätzt. Als wir die nächste größere Stadt erreichten, beschlossen wir, den Bus zu nehmen, um näher an den Campingplatz zu kommen, auf dem wir die Nacht verbringen wollten. Kaum waren wir aus dem Bus ausgestiegen, begann es zu regnen, und zu unserer Erschöpfung kamen noch nasse Füße. Wir entschieden uns, den öffentlichen Fußweg zu nehmen, um uns nicht den rasenden Autos auf der Straße auszusetzen. Glücklicherweise erreichten wir schließlich den Campingplatz, bauten unser Zelt auf und fielen um 19 Uhr völlig erschöpft in unsere Schlafsäcke.

Wir machten uns auf den Weg durch das üppige Grün, um wieder auf den South West Coast Path zu stoßen. Bis zu unserem endgültigen Ziel in Penzance waren es nur noch etwas mehr als 15 km, und wir ließen uns Zeit, um die einzigartige Landschaft um uns herum zu genießen. Der Wind strich uns sanft über das Gesicht, das Meer glitzerte in tiefstem Blau, und die Klippen waren in warmes Sonnenlicht getaucht. Mit jedem Schritt fühlten sich unsere Füße leichter an. Doch in Mousehole, kurz vor unserem Ziel, spürte ich die ersten Blasen, und jeder Schritt wurde zu einem Kampf. Außerdem änderten sich das Terrain und die Landschaft, denn das letzte Stück führte nicht mehr durch grüne Wälder und Wiesen entlang der Klippen, sondern neben einer gut befahrenen Straße auf einem gepflasterten Gehweg.

Wir waren erleichtert, als wir endlich in Penzance ankamen, und ich nutzte sofort die Gelegenheit, meine qualmenden Wanderschuhe gegen Flipflops zu tauschen. Wir erkundeten kurz die Stadt, die leider eine Enttäuschung war, da viele Geschäfte geschlossen waren und nicht besonders einladend aussahen. Zurück auf dem Campingplatz waren wir froh, unser Zelt gegen unseren vergleichsweise bequemen Camper einzutauschen. Obwohl wir uns im Vorfeld nicht über das Gelände informiert und unsere Fähigkeiten mit der Anzahl der Kilometer für den ersten Tag überschätzt hatten, war es dennoch eine fantastische Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Im Nachhinein würde ich gerne zurückkehren und einen weiteren Abschnitt des South West Coast Path wandern, aber diesmal mit einer bequemen Unterkunft für die Nacht. Die Landschaft und die Ruhe, die man auf diesem Weg erlebt, sind so anders als alles, was ich bisher kannte. Es gibt verstreute kleine Städte, in denen man eine Pause einlegen kann, aber es gibt auch weite Strecken, auf denen man kaum einer anderen Person begegnet und einfach in die wilde Natur eintauchen kann – eine wirklich befreiende Reise.

gedanken zum ende der reise

Als unsere Reise entlang des South West Coast Path zu Ende ging, konnte ich nicht anders, als über die unglaublichen Erfahrungen nachzudenken, die wir gemacht hatten. Von atemberaubenden Ausblicken auf die Klippen bis hin zu unerwarteten Herausforderungen hat jeder Moment einen unauslöschlichen Eindruck in meiner Erinnerung hinterlassen. Trotz der Blasen und der Erschöpfung war das Gefühl, etwas geschafft zu haben, unermesslich. Und als ich auf unser Abenteuer zurückblickte, wurde mir klar, dass es manchmal die unerwarteten Wendungen sind, die eine Reise wirklich unvergesslich machen.

Aber unser Abenteuer ist hier noch nicht zu Ende. Es gibt noch unzählige Wanderwege zu erkunden, neue Landschaften zu entdecken und endlose Möglichkeiten für Abenteuer warten gleich um die Ecke. Während wir uns also vom South West Coast Path verabschieden, kann ich nicht anders, als mich auf die Abenteuer zu freuen, die vor uns liegen. Danke, dass ihr mich auf dieser Reise begleitet habt, und ich hoffe, unsere Wege kreuzen sich bald wieder. Bis dahin, viel Spaß beim Wandern!