Erkunde die Route Napoléon: Motorradabenteuer in Frankreich

Highlights der Route Napoléon:

  • 🌟 Atemberaubende Bergpanoramen
  • 🌟 Historische Dörfer
  • 🌟 Kurvenreiche Straßen für Motorradfans

Habt ihr schon einmal davon geträumt, auf zwei Rädern durch die malerischen Landschaften Frankreichs zu gleiten? Im Herbst 2024 habe ich genau das erlebt.

Im September/Oktober 2024 unternahm ich gemeinsam mit meinem Partner meine erste zweiwöchige Motorradreise. Unsere Tour führte uns von Süddeutschland durch die Schweiz bis an die sonnige Mittelmeerküste Frankreichs. Nach etwa 2500 Kilometern und unzähligen Kurven möchte ich euch von meinen Erlebnissen erzählen. In diesem Beitrag möchte ich euch mitnehmen auf die legendäre Route Napoléon in den französischen Alpen – eine Strecke, die Geschichte, atemberaubende Natur und Fahrspaß perfekt vereint

Schön, dass ihr hier auf meinem Blog gelandet seid! Lasst uns Frankreich gemeinsam auf zwei Rädern entdecken. Den ersten Abschnitt der Reise von Deutschland über die Schweiz bis nach Frankreich könnt ihr hier nachlesen.

Wer oder Was ist die Route Napoléon

Die Route Napoléon erstreckt sich von Cannes bis Grenoble und folgt dem historischen Pfad, den Napoleon nach seiner Rückkehr aus der Verbannung auf Elba wählte. Die 350 km lange Strecke führt von Cannes, über Grasse, Sisteron und Gap bis nach Grenoble. Die französische Nationalstraße entstand 1927, um eine historische Verbindung in den französischen Alpen zu schaffen. 1932 erhielt sie ihren Namen N85, auch bekannt als Route de Grenoble.

Die Route verbindet Geschichte, beeindruckende Natur und Fahrspaß auf kurvenreichen Straßen in perfekter Harmonie. Der gut ausgebaute und saubere Asphalt sorgt dafür, dass jede Kurve ein Vergnügen ist.

Wer die Strecke an einem Tag zurücklegen möchte, schafft dies in etwa sieben Stunden. Noch besser eignen sich zwei Tage, um ausreichend Zeit für Pausen und Besichtigungen zu haben.

Für uns waren die beiden Tage bis zur sonnigen Südküste der Höhepunkt unserer Reise. Das grandiose Bergpanorama, die charmanten Dörfer und schließlich der erste Blick auf das Mittelmeer – das alles war einfach unvergesslich.

Die wichtigsten Eckpunkte des Trips für euch im Überblick:

  • Route: Route Napoléon, von Grenoble nach Cannes
  • Empfohlene Dauer: min. 2 Tage
  • Entfernung: knapp 350 Kilometer
  • Reine Fahrtzeit: ca. 7 Stunden

Vorbereitung

Eine Motorradtour ist der Inbegriff von Freiheit – unterwegs sein, die Landschaft genießen und immer wieder neue Strecken erkunden. Damit die Tour jedoch entspannt und sicher abläuft, ist eine gute Vorbereitung unerlässlich. Deshalb habe ich euch ein paar Tipps zusammengestellt, die besonders fürAnfänger nützlich sein können.

1. Die Route Planen
  • Ziel und Strecke wählen: Plane Etappen, die deinem Fahrstil und deiner Ausdauer gerecht werden. Wir haben uns vorgenommen pro Etappe 4-5 Stunden reine Fahrzeit zu haben, um ausreichend Pausen und Zeit für Sightseeing zu haben. Zusätzlich haben wir die Übernachtungen im Voraus gebucht, um Stress bei der Ankunft zu vermeiden und nicht im ungünstigen Fall noch weiterfahren zu müssen.
  • Navigation: Karten-Apps wie Google Maps (kostenlos) und Calimoto oder ein Motorrad-Navi sind hilfreich um die Route festzulegen. Manche Apps erlauben es auch Karten offline herunterzuladen, falls die Netzwerkverbindung schlecht ist.
  • Behördliche Vorgaben: Einige Städte in Frankreich wie beispielsweise Paris, Toulouse und Grenoble haben Umweltzonen implementiert in denen das sichtbare Anbringen einer Umweltplakette (Crit´Air-Vignette) gefordert ist. Die Umweltplakette kann man über die Internetseite des französischen Umweltministeriums bestellen. Die Plakette kostet dort 4,76 Euro inklusive Versand nach Deutschland.
2. Motorrad check
  • Reifen und Bremsen: Überprüfe Profil, Druck und Zustand der Reifen sowie die Bremsen. Gute Traktion und eine einwandfreie Bremse sind essenziell.
  • Flüssigkeiten: Kontrolliere den Ölstand, die Bremsflüssigkeit und das Kühlwasser. Nimm gegebenenfalls Ersatzflüssigkeiten mit.
  • Licht und Batterie: Vergewissere dich, dass alle Lichter funktionieren und die Batterie geladen ist, besonders bei längeren Touren.
3. Ausrüstung packen
  • Schutzausrüstung: Eine gut sitzende Schutzausrüstung ist unverzichtbar. Bei Regenwetter sind wasserdichte Motorradbekleidung oder eine Regenkombi äußerst hilfreich. Thermounterwäsche oder Funktionskleidung unter der Schutzkleidung sorgen für angenehme Wärme bzw. Kühle. Es lohnt sich zudem, sowohl Sommerhandschuhe als auch ein wärmeres Paar Handschuhe dabei zu haben.
  • Gepäck: Nutze wetterfeste und gut befestigte Taschen. Packe nur das Nötigste, um das Gewicht gering zu halten.
  • Nützliche Extras: Ein Erste-Hilfe-Set, Reparatur-Tools, Ersatzteile (z. B. Glühbirnen, Sicherungen), Kabelbinder und Klebeband können bei Pannen helfen.
4. Mentale Vorbereitung
  • Fit und ausgeruht sein: Gute Kondition und ausreichend Schlaf sind entscheidend, damit du konzentriert bleibst.
  • Fahrsicherheitstraining: Falls es deine erste große Tour ist, kann ein Fahrsicherheitstraining dein Selbstvertrauen auf dem Motorrad stärken. Ich habe selbst das (Wieder-)Einsteiger-Training beim ADAC gemacht, um mein Motorrad besser kennen zu lernen und an Sicherheit zu gewinnen.

Unsere reiseroute durch frankreich

Unsere Tour startete in Grenoble und führte uns entlang der Route Napoléon. Statt der üblichen Autobahnetappe zwischen Gap und Sisteron wählten wir eine malerische Alternativroute über Savines-le-Lac, die uns durch spektakuläre Landschaften und an den bezaubernden Lac de Serre-Ponçon führte. Die Details zu jeder Etappe und unsere persönlichen Highlights findet ihr im Folgenden.

1. Tag: Grenoble – Digne-les-Bains [km 0 – 216]

Von Grenoble, dem offiziellen Startpunkt unserer Tour entlang der Route Napoléon, folgen wir der N85, die uns über La Mure und Corps bis nach Gap führt. Anschließend führt die offizielle Route über die A51 direkt nach Sisteron.

Auf dem Hinweg haben wir jedoch auf einen Besuch in Sisteron verzichtet, da wir die Autobahn zunächst vermeiden wollten. Stattdessen haben wir die Stadt auf dem Rückweg unserer Reise erkundet, da sie als ein Highlight der Route Napoléon gilt.

Für die Hinfahrt wählten wir eine alternative Strecke über Savines-le-Lac nach Digne-les-Bains, die ich wärmstens empfehlen kann. Diese Route werde ich im Abschnitt über unseren Stopp in Savines-le-Lac beschreiben.

Zwei tolle Motorräder und natürlich ein unglaubliches Bergpanorama auf der Route Napoléon

Leider habe ich vom ersten Abschnitt keine weiteren Bilder gemacht, da ich einfach die wunderschöne Natur und das Fahren genossen habe. Die Landschaft wechselt stetig und bietet atemberaubende Panoramen, darunter schroffe Bergketten, weite Felder und charmante, in die Natur eingebettete Dörfer. Das müsst ihr einfach selbst erleben!

Nächste Station – Sisteron

Kalkfelsen des Mont Baume
Ausblick über Sisteron

Direkt am Ufer des Durance liegt Sisteron, eine charmante Stadt im südosten Frankreichs. Die Stadt liegt im Département Alpes-de-Haute-Provence und wird auch als “Tor zur Provence” bezeichnet.

Eingebettet zwischen den Alpen und der mediterranen Region, bietet sie eine beeindruckende Kulisse aus Bergen und Flüssen. Das Wahrzeichen der Stadt ist die imposante Zitadelle, die auf einem Felsen thront und einen atemberaubenden Blick über die umliegende Landschaft bietet. Mit ihren engen Gassen, traditionellen Märkten und historischen Gebäuden versprüht Sisteron einen unverwechselbaren provenzalischen Charme – ein echtes Highlight für Geschichts- und Naturfans.

Zwischenstopp – Savines-le-lac [km 132]

Die alternative Route verdanken wir Simon Weirs Buch “Europe for Bikers – Essential Touring Roadbook”. Von Gap geht es auf die N94 und folgt dieser Richtung Savines-le-Lac. In dem Ort liegt direkt am Seeufer ein kleines Restaurant “Le Relais Fleuri”, das einen schönen Ausblick über den See bietet.

Wir haben dort jedoch keine Pause eingelegt sondern sind direkt weiter auf die D954. Diese kleine kurvenreiche Straße verläuft am See entlang und schlängelt sich die Berge hinauf. Danach fährt man auf die D900 und folgt dieser Straße bis nach Digne-les-Bains.

Unter strahlendem Sonnenschein schlängelt sich die Straße malerisch entlang des Sees und bietet eine Aussicht, die kaum zu übertreffen ist. Es ist ein Anblick, der beinahe wie aus einer Postkarte wirkt und für uns jeden Moment zu einem Erlebnis macht.

Ausblick auf den See bei Savines-le-Lac
Lac de Serre-Ponçon

Digne-les-Bains [km 216]

Sonnenuntergang über Digne-les-Bains

Digne-les-Bains ist eine südfranzösische Stadt in der Haute-Provence mit circa 17.700 Einwohnern. Wir haben in Digne-les-Bains eine Nacht verbracht, um am nächsten Tag genügend Zeit für den zweiten Teil der Route Napoléon zu haben.

Die Stadt ist direkt an der Route Napoléon gelegen und bei Touristen unter anderem für das besondere Klima, die Höhenlage (599 m) und 300 Sonnentage im Jahr beliebt. Digne-les-Bains bietet auch einiges an Sehenswürdigkeiten wie mehrere Kathedralen, einen Schmetterlingsgarten und das Naturschutzgebiet in dem die Stadt liegt.

Digne-les-Bains ist ein geeigneter Ort für einen Zwischenstopp und bietet alles, was man benötigt. Die Stadt verfügt über einen Supermarkt, Apotheken und Tankstellen. Zudem gibt es eine Auswahl an Restaurants, die hauptsächlich italienische oder vietnamesische Küche anbieten.

2. Tag: Digne-les-Bains – Cannes [km 216 – 350]

Von Digne-les-Bains folgen wir wieder der N85 Richtung Süden. Vorbei an Barrême wird die N85 zur D4085 auf der wir an Castellane vorbeikommen, einer der schönsten Zwischenstopp für eine wohlverdiente Mittagspause.

Weiter auf der D4085 wird diese schließlich zur D6085 und diese Straße führt uns bis nach Cannes. Nach 134 km und circa 2,5 Stunden Fahrt endet die Route Napoléon – wir haben es geschafft!

Wir wollten noch mehr von der Mittelmeerküste entdecken und setzten unsere Fahrt über die A8 und die D25 in Richtung St. Tropez fort. Von dort aus ging es weiter auf der D98 zu unserem Ziel, Le Lavandou. Da entlang der Küste oft mit Staus zu rechnen ist, solltet ihr für die etwa 115 Kilometer mindestens 2 bis 2,5 Stunden einplanen.

Zwischenstopp – Castellane [km 269]

Castellane ist ein malerischer, eher kleiner Ort in Südfrankreich und war für mich einer der schönsten Ortschaften auf der Route Napoléon. Der Ort liegt am Rande des Naturparks Verdon mit der berühmten Verdonschlucht.

Wir konnten unsere Motorräder auf dem Campingparkplatz abstellen und gemütlich über den Marktplatz schlendern. Unser Mittagessen holten wir uns in einer Boulangerie und genossen es anschließend in der Sonne am Fluss.

Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als wir in Castellane am Fluss saßen. Die Stille der Natur und der Blick auf die Kapelle Notre-Dame du Roc waren einfach magisch.

Blick vom Fluss auf den Le Roc au Serre und die chapelle Notre-Dame du Roc
Markttag in Castellane

Ende der Route Napoléon – Cannes [km 350]

Der Urlaubsort Cannes an der französischen Riviera ist das Ende unserer Reise auf der Route Napoléon. Nach einem kurzen Zwischenstopp in der glamourösen Küstenstadt setzten wir unsere Fahrt fort, um die Südküste weiter zu erkunden.

Unser Ziel für die kommenden Tage war Le Lavandou, wo wir die freie Zeit in entspannter Atmosphäre genießen wollten.

Unser erster Blick auf Cannes – die Sonne glitzert auf dem Wasser, und die Vorfreude auf die Côte d’Azur ist riesig
Die bunten Häuser und engen Gassen von Cannes sprühen vor Lebendigkeit

Cannes – Le Lavandou [km 350 – 465]

Le Lavandou ist ein kleiner Urlaubsort an der Côte d’Azur, der sich auf halbem Weg zwischen St. Tropez und Toulon befindet. Wir haben die Tage am Strand genossen, gutes Essen gegessen und die Umgebung mit dem Fahrrad erkundet.

Ein kleiner Tipp: E-Fahrräder leihen, da doch einige Höhenmeter zu meistern sind. Selbst Anfang Oktober verwöhnte uns das Wetter mit traumhaftem Sonnenschein, auch wenn das Meer allmählich abkühlte und der Wind zunehmend frischer wurde.

Der Strand von Le Lavandou lädt zum Verweilen ein
Ein gelungener Tag endet mit einem Sonnenuntergang am Meer in Le Lavandou
Leckeres Abendessen am Strand von Le Lavandou – Pizza geht immer!

Hyères [km 492]

Da wir das gute Wetter genießen wollten, haben wir unseren Aufenthalt an der Südküste um eine weitere Nacht verlängert. Wir sind dafür in das circa. 27 km entfernte Hyères gefahren.

Unsere Unterkunft war das Hotel “La Potiniere” welches direkt am Strand gelegen ist. Auf den hoteleigenen Sonnenliegen haben wir den Tag entspannt ausklingen lassen und uns beim leckeren Frühstücksbuffet am Morgen für die Tour nach Hause gestärkt.

Blick vom Hotel auf das glitzernde Meer – Mehr Entspannung geht nicht!
Unser Ausflug an den Plage de Cabasson

Schlusswort

Unsere erste Motorradreise war eine unvergessliche Erfahrung voller beeindruckender Landschaften, faszinierender Orte und der Freiheit, jeden Kilometer mit allen Sinnen zu genießen. Die Route Napoléon hat uns nicht nur durch die malerischen Alpenlandschaften geführt, sondern auch einen spannenden Einblick in die Geschichte geboten.

Von den charmanten Dörfern entlang der Strecke bis hin zum strahlenden Blau des Mittelmeers – jede Etappe war ein Highlight für sich. Auch die entspannte Zeit an der Côte d’Azur in Le Lavandou und Hyères hat uns gezeigt, wie vielfältig Frankreich ist. Diese Reise hat uns nicht nur auf die Straße, sondern auch in die Kultur und Natur dieses beeindruckenden Landes eintauchen lassen.

Vielen Dank, dass ihr mich auf dieser Reise begleitet habt! Ich hoffe, mein Bericht hat euch inspiriert, selbst die Route Napoléon oder ähnliche Abenteuer zu entdecken. Egal ob auf zwei Rädern, mit dem Auto oder auf andere Weise – die französischen Alpen und die Südküste sind immer eine Reise wert.

Erzählt mir gerne von eurer ersten Motorradtour oder atemberaubenden Routen, die ihr entdeckt habt. Bis dahin: Helm auf, Gas geben und die Freiheit genießen! 🏍️