
Die Insel Madeira liegt inmitten des tiefblauen Atlantiks vor der Nordwestküste Afrikas. Die Vulkaninsel zieht mit seinen zerklüfteten Bergen, milden Klima, malerischen Küsten und den üppigen grünen Landschaften Jahr für Jahr Besucher aus aller Welt in ihren Bann. Nicht umsonst trägt sie den Namen “Hawaii von Europa” und die “Insel des ewigen Frühlings”.
In meinem Blogeintrag werfen wir einen Blick auf ein paar der besten Aktivitäten dieser Insel. Von beeindruckenden Wanderungen entlang der Levada, Delfin- und Walbeobachtungen auf hoher See, zu einem atemberaubenden Sonnenaufgang auf dem dritthöchsten Berg Madeiras.
Egal, ob ihr Naturliebhaber seid, gerne Abenteuer erlebt oder einfach nur entspannen möchtet – Madeira hat für jeden etwas zu bieten. Lasst mich meine Erfahrungen teilen und euch dadurch ein paar Ideen für euren eigenen unvergessbaren Urlaub geben!
Wanderungen entlang der levada
Madeira ist ein Paradies für begeisterte Wanderer. Die beliebtesten Routen führen entlang der Levada, künstlich angelegte Wasserläufe, die Regenwasser zu den landwirtschaftlichen Anbaugebieten leiten. Diese erstrecken sich über die gesamte Insel und bieten mit insgesamt etwa 1000 km Wanderwegen ausreichend Vielfalt für Wanderfreunde. Bei meinem ersten Besuch der Insel im April 2024 habe ich 3 der offiziellen Wanderwege erkundet: Levada Nova, Levada das 25 Fontes und Levada do Caldeirão Verde.
Levada Nova (PR 7) – Levada do Moinho [Ponta do Sol]
Durch diesen Rundweg eröffnet sich ein atemberaubender Blick auf die natürliche Schönheit Madeiras. Die Strecke führt durch einen Tunnel, für den eine Taschenlampe von Vorteil ist, sowie entlang eines Wasserfalls, hinter dem man hindurchgehen kann. Also Achtung vor nassen Füßen!
- Art: Rundweg
- Distanz: 8,9 KM
- Dauer: circa 4 Stunden
- Startpunkt: Igreja da Lombada
- Endpunkt: Igreja da Lombada

Der Rundweg startet und endet direkt hinter der Igreja da Lombada, wo man mit etwas Glück einen Parkplatz finden kann. Andernfalls ist das Parken in den umliegenden Straßen kostenlos, und man kann das kurze Stück zur Kirche gemütlich spazieren. Ideal ist es, diese Wanderung am Morgen oder späten Nachmittag zu unternehmen, genauso wie bei den anderen Levada-Wanderungen, um den Menschenmassen zu entgehen, die sich sonst schnell bilden können. Ich bewerte die Route Levada Nova – Levada do Moinho als eine leichte Wanderung mit ebenen und gut erhaltenen Wegen. Jedoch muss erwähnt werden, dass nicht der gesamte Weg mit einer Absperrung gesichert ist und es an einigen Stellen eng werden kann, wenn einem Wanderer entgegenkommen. Deshalb ist diese Route eher für trittsichere und schwindelfreie Menschen geeignet.
Wichtig: Der Levada Nova endet an der Metalltreppe, die daraufhin hinabgestiegen wird, um auf den Levada do Moinho zu kommen und den Weg zurück zur Kirche anzutreten. (Warum ich das hier als expliziten Hinweis angebe erfahrt ihr im nächsten Absatz)

Der Rundweg erstreckt sich entlang der üppigen Natur Madeiras und der Ausblick ist wirklich fantastisch. Das erste Mal mit einer Taschenlampe durch einen der Tunnel zu gehen war wirklich ein Erlebnis. Mein persönliches Highlight war der Wasserfall, bei dem ich auf jeden Fall nasse Füße bekommen habe. Aber wann kann man schonmal sagen, dass man hinter einem Wasserfall gestanden hat?! Auch wenn ich hier den Rundweg über den Levada do Moinho angegeben habe, ist dies nicht der Weg den meine Begleiterin und ich bei unserem Besuch eingeschlagen haben. Anstatt die Metalltreppe hinabzusteigen, folgten wir dem Weg weiter und gelangten schließlich zu einem Fluss, den wir problemlos überqueren konnten. Entschlossen, einen Rundweg zu machen, der scheinbar auf der anderen Seite des Flusses verlief, setzten wir unseren Weg fort. Nach einer Weile überquerten wir eine Brücke und konnten die Kirche am Fuße des Berges sehen. Es schien jedoch keinen ausgewiesenen Wanderweg zu geben, und so irrten wir durch eine Bananenplantage und erkletterten schließlich den gesamten Berg zur Kirche entlang eines steilen Trampelpfades. Wir müssen ziemlich amüsant ausgesehen haben, als wir, verschwitzt und mit hochroten Gesichtern, am kleinen Kiosk neben der Kirche etwas zu trinken bestellten, während die anderen Besucher noch frisch und ausgeruht wirkten. Nun ja, wir haben unsere Lektion gelernt, und das nächste Mal werden wir besser recherchieren und einen Artikel über die Wanderung lesen (wie diesen hier zum Beispiel).

Levada das 25 Fontes (PR 6) – [Rabaçal]
Die Wanderung entlang des Levada das 25 Fontes beginnt mit der Durchquerung des längsten Tunnels unter den drei hier aufgeführten Routen. Danach führt sie durch eine zauberhafte Flora, die von knorrigen Bäumen, kleinen Quellen und atemberaubenden Ausblicken auf das üppige Grün Madeiras geprägt ist.
- Art: “Hin- und zurück”-Tour
- Distanz: 4,3 km (8,6 km Hin- und Rückweg)
- Dauer: circa 3 Stunden
- Startpunkt: Rabaçal (ER105)
- Endpunkt: 25 Fontes / (Rabaçal (ER105), Hin- und Rückweg)

Für uns war der perfekte Startpunkt der Wanderung der Parkplatz “Parque de estacionamento Levada 25 Fontes”, wo man kostenlos parken kann. An diesem Tag kamen wir gegen 10:30 Uhr an und konnten problemlos einen Platz finden. Später am Tag ist es jedoch auch möglich, entlang der Straße zu parken, obwohl der Verkehr dann etwas chaotischer werden kann. Da wir während unseres Urlaubs im April von sommerlichen Temperaturen verwöhnt wurden, haben wir uns für einen frühen Start bei angenehmen Temperaturen entschieden. Wie bereits erwähnt, beginnt diese Wanderung mit der Durchquerung eines gut 900 Meter langen Tunnels, daher empfehle ich dringend eine richtige Taschenlampe. Unsere Handys konnten den Tunnel kaum ausleuchten, und gelegentlich sind wir unabsichtlich in tiefe Pfützen getreten.

Nachdem man den Tunnel passiert hat, fühlt es sich an, als würde man in eine andere Welt eintauchen. Die Bäume sind knorrig und wachsen in alle Richtungen über den Weg. Oft sind sie mit Moos behangen, was dem Wald ein magisches Flair verleiht. Der Weg ist gut gesichert durch ein Metallseil, sodass man sich keine Sorgen machen muss. Dank unseres frühen Starts kamen uns keine anderen Wanderer entgegen, und auch insgesamt waren noch nicht viele Touristen auf dieser Strecke unterwegs. Überall entdeckten wir kleine Quellen, und die Wasserläufe verlaufen oft in Hüfthöhe, sodass man seine Hände im kühlen Nass erfrischen kann. Das Ziel der Wanderung verspricht erneut einen wunderschönen Wasserfall, der von 25 Quellen gespeist wird, wie der Name bereits verrät. Dieser Anblick war einfach magisch, und ich habe mein Bestes getan, um ihn auf einem Foto festzuhalten, das ich gerne mit euch teilen möchte.

Auf dem Rückweg wurde uns deutlich bewusst, wie beliebt diese Wanderung bei Touristen ist. Wir begegneten sogar Reisegruppen, die mit Führungen unterwegs waren. Dadurch wurde es auf unserem Rückweg teilweise sehr voll, und wir wurden über einen alternativen Weg zurückgeleitet, um Staus zu vermeiden. Zum Glück konnten wir den Hinweg und die beeindruckende Kraft des Wasserfalls mit nur wenigen Menschen um uns herum genießen. Ich kann gut verstehen, warum so viele Menschen dieses Naturwunder sehen möchten.
Levada do Caldeirão Verde (PR9) – [Santana]
Die Wanderung zum “grünen Kessel” ist mein persönlicher Favorit der Liste. Unterwegs erwarten dich mehrere kleine Tunnel, die nur mit einer Taschenlampe zu durchqueren sind, ein kleinerer Wasserfall, der sich malerisch in die Landschaft fügt, sowie erneut atemberaubende Ausblicke. Besonders beeindruckend ist der sogenannte “grüne Kessel” mit seinem imposanten Wasserfall.
- Art: “Hin- und zurück”-Tour
- Distanz: 6,2 km (12,4 km Hin- und Rückweg)
- Dauer: circa 4 Stunden (Hin- und Rückweg)
- Startpunkt: Forstpark Queimadas
- Endpunkt: Caldeirão Verde / Forstpark Queimadas (Hin- und Rückweg)

Parken kann man hier entweder direkt auf dem Parkplatz vorm Forstpark oder man kann auch kostenlos am Seitenrand der Straße parken, die zum Forstpark hinaufführt. Wir waren an diesem Tag etwas später dran als sonst (circa 13 Uhr), da wir eigentlich den Levada das 25 Fontes wandern wollten. Leider war uns der Weg aber durch die an diesem tag stattfindende Rally gesperrt und so sind wir eher per Zufall nach Santana gefahren. So kamen uns auf unserer Wanderung mehr Leute entgegen, die sich bereits auf dem Rückweg befanden. Das Ausweichen und Warten auf den engen Wegen hat uns einige Zeit gekostet, aber dafür gab es im “grünen Kessel” dann kaum andere Menschen und das Erlebnis war dadurch nur umso schöner. Auf dem Rückweg trafen wir dann kaum noch auf andere Wanderer, und wir konnten die Strecke in vollen Zügen genießen.

Der “grüne Kessel” mit überwältigendem Wasserfall ist der perfekte Abschluss nach einer Wanderung entlang der Wasserläufe durch den Dschungel Madeiras. Die Quelle am Fuße des Wasserfalls lockt für eine Abkühlung, die uns leider bei unserem Besuch leider verwehrt geblieben ist. Der Ausblick ringsum erinnert an eine Szene aus Jurassic Park und hat mich wieder über die Welt staunen lassen.

schwimmen in den Naturpools der insel
Das Wetter verwöhnte uns während unseres Besuchs im April wirklich. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen zwischen 24 und 30 °C suchten wir nach unseren Wanderungen eine Abkühlung. Obwohl der Atlantik durch den starken Wind noch zu rau war, um an den Stränden zu schwimmen, fanden wir Glücklicherweise an einigen Stellen auf der Insel Naturpools, die sich aus dem Vulkangestein gebildet hatten und sich als sichere Orte zum Baden erwiesen. Das Wasser war kristallklar, und wir konnten sogar einige Fische beobachten.

Der Pool auf dem Bild ist in Porto Moniz und wirklich zu empfehlen. Für den ganzen Tag zahlt man dort nur 4€, und im Sommer gibt es offenbar auch eine Strandbar. Bei unserem Besuch war das Wasser tiefblau und klar – eine willkommene Abkühlung. Die Wellen waren an dem Tag besonders hoch und sind mit Kraft an den Beckenrändern gebrochen, was uns großen Spaß bereitet hat. Man sollte jedoch aufpassen an solchen Tagen nicht zu nah am Beckenrand zu liegen, da die Wellen das Wasser über den Rand gedrückt haben und viele Leute samt Handtuch ungewollt baden gegangen sind.
Delfin – und walbeobachtung per katamaran

Ein weiteres Highlight unseres Urlaubs war die Delfin- und Walbeobachtung per Katamaran. Delfine und Grindwale leben das ganze Jahr vor der Küste Madeiras und es besteht eine große Chance beide Tierarten während der Tour anzutreffen. Mit etwas Glück kann man auch Schildkröten erspähen, und die Gruppe am Vormittag hatte sogar das Glück, einen Blauwal zu sichten. Die Reise beginnt und endet im Hafen von Funchal und dauert ungefähr 3 Stunden. Es wird empfohlen, etwa 30 Minuten vor dem Ablegen am Hafen zu sein und sein Ticket am Schalter abzuholen. Wir hatten das Glück, während unserer Tour einen guten Blick auf Delfine und Grindwale zu erhaschen. Leider habe ich zu diesem Zeitpunkt einfach den Anblick genossen und keine Fotos gemacht. Ist auch schwierig, wenn sich alles immer bewegt und die Delfine und Wale nicht stillstehen wollen für ein Foto für meinen Blog.
- Kosten pro Person: 35€
- Start / Ziel: Hafen Funchal
- Dauer: 3 Stunden
Die Tour haben wir mit Magic Dolphin eco gemacht und können diesen Anbieter aus vollem Herzen weiterempfehlen. Die Crew war äußerst herzlich und versorgte uns mit umfangreichen Informationen über die Küste Madeiras und ihre Meeresbewohner. Mit ihrem geschulten Auge konnten sie schon von Weitem die verschiedenen Gruppen von Delfinen und Grindwalen erkennen. Dabei war es ihnen wichtig, langsam an die Tiere heranzufahren und ausreichend Abstand zu halten, um sie nicht zu stressen. Zudem mussten wir eine Gruppe nach spätestens 10 Minuten verlassen und durften sie auf der weiteren Tour nicht mehr anfahren. Ich fand diese Regelung sehr sinnvoll, um sicherzustellen, dass die Tiere dort weiterhin leben und sich wohl fühlen können, ohne gestört zu werden.
Sonnenaufgang Auf dem Pico do arieiro

Für diesen Anblick hat es sich gelohnt, dass der Wecker bereits um 5 Uhr geklingelt hat und wir uns nur kurze Zeit später auf den Weg zum Pico do Arieiro gemacht haben. Vom Parkplatz aus hat man bereits eine perfekte Aussicht, von wo auch das Foto stammt. Danach ist es nur eine kurze Wanderung zur Wetterstation und zum Gipfel des dritthöchsten Berges Madeira. Dort angekommen kann man es sich auf den Steinen oder auf dem Gras gemütlich machen und bewundern, wie die Sonne langsam am Horizont erscheint. Sie taucht alles um sie herum in goldenes Licht und lässt das Meer, die Berge und die Wolken in einem warmen Ton erstrahlen. Dieser Sonnenaufgang war einer der schönsten, die ich seit langer Zeit gesehen habe und es fühlt sich irgendwie richtig an, diesen Moment mit seinen Liebsten und auch all den anderen Menschen um einen herum zu teilen. Es war eine entspannte Atmosphäre und hatte etwas magisches. Die spätere Müdigkeit bekämpft man dann einfach mit ausreichend Kaffee und Faulenzen an einem der Pools oder an einem der Strände Madeiras.
fazit
Madeira ist eine Insel, die bei Touristen immer beliebter wird und das zu recht. Von den majestätischen Bergen bis zu den verträumten Küsten, von den üppigen Lorbeerwäldern bis zu den malerischen Dörfern – diese Insel hat einen unverwechselbaren Charme, der jeden Besucher in seinen Bann zieht.
Die Vielfalt der Landschaften und die reiche Flora und Fauna machen Madeira zu einem Paradies für Naturliebhaber und Abenteurer. Die zahlreichen Levada-Wanderungen bieten die Möglichkeit, die Schönheit der Insel aus nächster Nähe zu erleben, während die Küste mit versteckten Buchten und spektakulären Klippen zum Erkunden einlädt.
Ich hoffe das mein Blogeintrag bei dem ein oder anderem für Fernweh gesorgt hat und das die Liste Ideen für einen unvergesslichen Urlaub auf Madeira bescheren kann.